Derby-Remis: Rapid lässt die Austria vom Haken

    6. August 2017, 19:00
    1365 Postings

    Über 70 Minuten dominante Hütteldorfer vergeben 2:0-Führung gegen glückliche Austria – Doppelpack von Schaub – Unterbrechung wegen Wurfgeschoßen

    Wien – Die Austria vermied am Sonntag im 322. Derby den schlechtesten Ligastart der Vereinsgeschichte. Rapid verabsäumte es trotz einer 2:0-Führung, zur Spitze aufzuschließen.

    Die Coaches, Goran Djuricin und Thorsten Fink, neckten einander nicht mit personellen Überraschungen. Davon, dass Joelinton nach seiner Sperre in Rapids Angriff zurückkehren würde, war auszugehen gewesen. Larry Kayode stand nicht im Kader der Austria, die zwar die ersten beiden Derbys im Allianz-Stadion jeweils 2:0 gewonnen hatte, in dieser Saison aber nach zwei Ligaspielen noch blank dastand.

    Die daraus erwachsene Unsicherheit wollte Rapid mit Pressing ausbauen. Das gelang zumindest im Ansatz gut, den Gästen unterliefen viele Fehler im Aufbau. Kapital konnten die Hütteldorfer zunächst daraus keines schlagen. Nach einer Flanke von Thomas Murg brachte der von der Austria-Abwehr vergessene Kapitän Stefan Schwab den Ball nicht im Tor unter (18.). Auf der Gegenseite warf sich Max Wöber erfolgreich ablenkend in einen Schuss von Alexander Grünwald (21.).

    Härte und Unterbrechung

    In der Folge verwöhnten die Konkurrenten einander mit Härte, das Publikum aber nicht mit spielerischen Höhepunkten. Das erste Tor entsprang dann auch einem Abwehrfehler der Austria, die Louis Schaub nach einer Flanke von Thomas Schrammel aus den Augen verloren hatte. Der Stürmer bedankte sich per Kopf mit seinem ersten Ligatreffer seit fast einem Jahr (39.). Einen Doppelschlag verhinderte Schiedsrichter Alexander Harkam, der nach einem klaren Foul von Petar Filipovic an Joelinton den Elferpfiff verweigerte (43.).

    Nach Seitenwechsel schien Rapid fast gemütlich dem Sieg entgegenzustreben. Zumal Schaub nach einem Fehler von Tarkan Serbest zur vermeintlichen Vorentscheidung (55.) traf. Vermeintlich, weil Dominik Prokop wie aus dem Nichts der Anschluss gelang (73.). Und als Schrammel Prokop im Strafraum fällte, lag Referee Harkam nicht nur mit dem Elfer sondern auch mit Rot gegen Schrammel richtig. Raphael Holzhauser verwandelte (85.). Danach regnete es Wurfgeschoße, darunter eine Fahnenstange. Nach fünfminütiger Unterbrechung brachte Harkam die Partie mit Mühe doch noch über die Bühne. (red, 6.8.2017)

    Bundesliga, 3. Runde, Sonntag

    SK Rapid Wien – FK Austria Wien 2:2 (1:0)
    Allianz-Stadion, 26.000 Zuschauer, SR Harkam

    Torfolge:
    1:0 (39.) Schaub
    2:0 (55.) Schaub
    2:1 (73.) Prokop
    2:2 (85.) Holzhauser (Elfmeter)

    Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, Wöber, Schrammel – Auer, Schwab – Murg (72. Keles), Schaub (84. Thurnwald), Kuen – Joelinton

    Austria: Hadzikic – Larsen, Westermann, Filipovic, Martschinko – Serbest (58. Prokop) – Tajouri, Grünwald (79. De Paula), Holzhauser, Pires – Friesenbichler

    Rote Karte: Schrammel (84./Torraub)

    Gelbe Karten: Schrammel, Auer, Sonnleitner, Kuen bzw. Holzhauser, Filipovic, Larsen

    • Stimmen:

    Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Wir haben wieder ein 0:2 aus der Hand gegeben. Das 2:2 ist wie eine Niederlage, ich fühle mich so, als ob wir 0:3 verloren hätten. Wir haben gut ins Spiel gefunden, haben aber mit Fortdauer keinen Zugriff mehr bekommen. Prokop hat uns große Probleme gemacht, auch Pires auf der Seite. Wir sind in der einen oder anderen Situation noch nicht reif genug, aber das wird noch kommen. Wir haben die Austria 60 Minuten lang dominiert."

    Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Es war ein richtiges Derby, da war alles drin, Unterbrechungen, heißen Torraumszenen. Alle sind heute auf ihre Kosten gekommen. Für uns ist das wie ein gefühlter Sieg. Wir hatten noch die Chance aufs 3:2, das wäre aber zu viel des Guten gewesen. Das Unentschieden geht in Ordnung. Rapid war zunächst besser im Spiel. Die letzten Wochen haben uns genagt, aber mit diesem Spiel haben wir das abgelegt. Ab Samstag sehen wir wieder die Mannschaft, die wir in den letzten zwei Jahren gesehen haben. Prokop ist ein Riesentalent. Die Unterbrechung war für uns eher schlecht, da waren wir gut im Spiel. Rapid konnte sich dadurch noch einmal sammeln."

    • Nach Schaubs Doppelpack schien die Austria erledigt zu sein.
      foto: apa/herbert neubauer

      Nach Schaubs Doppelpack schien die Austria erledigt zu sein.

    • Doch dann kam und traf Prokop (re) ehe Holzhauser (vorne) noch einen Punkt für Violett rettete.
      foto: apa/herbert neubauer

      Doch dann kam und traf Prokop (re) ehe Holzhauser (vorne) noch einen Punkt für Violett rettete.

    • Nachdem Gegenstände bei der Cornerfahne auf das Feld geworfen wurden, wurde das Match für einige Minuten unterbrochen. Danach hatte Steffen Hofmann null Verständnis für das zögerliche Verhalten eben dort.
      foto: apa/herbert neubauer

      Nachdem Gegenstände bei der Cornerfahne auf das Feld geworfen wurden, wurde das Match für einige Minuten unterbrochen. Danach hatte Steffen Hofmann null Verständnis für das zögerliche Verhalten eben dort.

    Share if you care.