Rendi-Wagner startet Gründungsinitiative für Primärversorger

Video6. August 2017, 10:28
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Zusätzlich wurden 200 Millionen Euro als Anschubfinanzierung bereitgestellt

Wien – Das Gesundheitsministerium startet eine "Gründungsinitiative", um Ärzte bei der Gründung von Primärversorgungseinheiten zu unterstützen. Die Mediziner sollen damit in rechtlichen, inhaltlich-organisatorischen und finanziellen Fragen beraten werden.

"Verträge und juristische Fragen sind für viele Ärztinnen und Ärzte Neuland. Wir wollen sie bei allen formalen Schritten gut unterstützen", erklärte Ministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) gegenüber der APA. "Deswegen starte ich eine Gründungsinitiative, die wir gemeinsam mit unseren Partner umsetzen werden."

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Das Primärversorgungsgesetz ist seit der Kundmachung vorige Woche in Kraft – damit ist es Ärzten nun möglich, gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen und in Abstimmung mit Ländern und Sozialversicherung regionale Gesundheitszentren zu gründen. Neben den zwei bestehenden Pilotprojekten in Wien-Mariahilf und in Enns sollen bis 2021 75 solcher Einheiten entstehen.

Versorgungskonzept vorausgesetzt

Jedes regionale Gesundheitszentrum braucht ein Versorgungskonzept: darin soll etwa enthalten sein, welche Schwerpunkte bzw. Spezialisierungen in der medizinischen Versorgung gesetzt werden oder wie die Zusammenarbeit geregelt ist.

Dazu braucht es aber Informationen über den Bedarf der Bevölkerung – was sind häufige Krankheiten, welche Versorgungsangebote müssen ausgebaut werden, wie ist die Altersstruktur der Bevölkerung. Hier soll es Information und Unterstützung geben, um das bestehende Versorgungsangebot bestmöglich zu ergänzen.

Geholfen werden soll den Ärzten, die solche Zentren errichten wollen, bei Fragen wie: wie kann eine Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen wie Apotheken oder Pflegeeinrichtungen aussehen? Welche Verträge braucht es für die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen? Das Ministerium hilft zum Beispiel mit Musterverträgen. Erstanlaufstelle sind die Länder und Sozialversicherung, da sie die örtlichen Gegebenheiten am besten kennen.

Zusätzliche Fördermittel

Es geht aber auch darum, Möglichkeiten für Anschubfinanzierungen zu schaffen. Es gibt bereits bestehende Fördertöpfe, etwa aus den Strukturmitteln für die Ländliche Entwicklung der Europäischen Union. Das Ministerium unterstützt dabei, dieses Geld abzuholen. Zusätzlich wurden 200 Millionen Euro zweckgewidmet, die je nach Bedarf in den Ländern ausgeschüttet werden.

So kann es eine Anschubfinanzierung für neue Gebäude, EDV oder medizinisch-technische Geräte geben oder Investitionen in langfristige Kosten wie die Anstellung von Pflege- und Gesundheitspersonal. (APA, 6.8.2017)

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