Österreich auch mit Pöltl zu schwach für die Niederlande

    5. August 2017, 21:54
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    Ein ernüchternder Abend endete für Österreichs Basketball-Herren mit einer 72:79-Heimniederlage. Jakob Pöltl war bester Werfer mit 24 Punkten

    Schwechat – Österreichs Basketball-Herren haben am Samstagabend im zweiten Spiel der Vorqualifikation zur WM 2019 (Gruppe B) ihre erste Niederlage einstecken müssen. Gegen die Niederlande verlor das ÖBV-Team in Schwechat trotz 24 Punkten von Jakob Pöltl mit 72:79 (32:38). Die Chance auf den Aufstieg in die nächste Runde (europäische WM-Qualifikation mit 32 Teams in acht Vierergruppen ab November) ist aber weiter gegeben.

    Dass ein NBA-Spieler für Österreichs Basketball-Nationalteam spielt, dürfte sich herumgesprochen haben, aus den Hallen heraus bis in die klimatisierten Einkaufszentren, Schanigärten und Heurigen. Dort wo man halt den heißen Sommer hierzulande so verbringt.

    Die Hütte im Multiversum war fast voll und für die 1.500 Zuschauer auf den Tribünen war es fast so schweißtreibend wie auf dem Parkett. Das ÖBV-Team startete mit Pöltl, Mahalbasic, Lanegger, Klepeisz und Kapitän Schreiner, kam aber nur langsam in die Gänge. Pöltl mit vier Punkten und Schreiner mit zwei Dreiern hielten Österreich im ersten Viertel im Spiel, das noch mit einer Führung beendet wurde (18:15).

    Der Unterschied

    Eine tragische Erkenntnis gibt es schon seit der EM-Qualifikation im Vorjahr: Die Niederländer sind, vor allem auf den Guard-Positionen, sehr athletisch und das bleibt ein großes Problem für Österreichs Verteidigung. Bei den Niederländern war ein gewisser Worthy de Jong nicht zu stoppen, der Flügelspieler scorte 16 seiner 22 Punkte in der ersten Halbzeit und traf dabei auch Wunderwuzzi-Würfe aus schwierigsten Lagen, mit hoher Quote und aufgekrempelter Hose, wie eine Ballerina. In der Defense schenkten sich beide Teams nichts, die Schiedsrichter ließen zum Teil sehr hart spielen, trotzdem sammelten beide Teams Fouls wie andere Leute Briefmarken. Der flinke Pöltl hatte mit Nick Oudendag, träge aber stämmig wie ein Fleischhauer, ordentlich zu ringen unter den Körben.

    Was besonders weh tat: Österreich wurde fast ausschließlich von Außenspielern angefüllt und hatte trotz Pöltl und Mahalbasic am Ende nur einen Rebound mehr in der Statistik als die Niederländer. Auch nervten die körperlich überlegenen Gäste das ÖBV-Team streckenweise mit einem Full Court-Zonen-Pressing, dass den Aufbau des österreichischen Spiels merklich verlangsamte.

    Zurückgekämpft

    Die Moral des ÖBV-Teams war stark, nach einem 32:38-Rückstand zur Pause kämpfte man sich im dritten Viertel, trotz vieler Ballverluste wieder heran. Einen kurzen Moment der Stille gab es in der Halle, als die Niederländer innerhalb weniger Minuten zweimal die Korbanlage mit Slam-Dunks testeten.

    Das vierte Viertel war an Spannung kaum zu überbieten. Österreich glich durch einen Dreier von Klepeisz und einen Zweier von Lamesic aus (59:59), Schreiner warf Österreich im nächsten Angriff nicht in Führung, sondern leider einen Airball. In den Schlussminuten suchte das ÖBV-Team vergeblich einen verlässlichen Punktelieferanten. Es fehlte am Ende auch das Glück. Der an diesem Abend stark agierende Moritz Langegger fand mehrmals Jakob Pöltl frei unter dem Korb, es sollte aber nicht reichen. De Jong beendete 90 Sekunden vor Schluss alle Hoffnungen mit einem Dreier zum 72:68 für die Niederländer und legte wenig später noch mit zwei Freiwürfen nach. Pöltl vergab ein Dreipunkte-Spiel knapp, so ist das im Basketball. Ein Ball tanzt am Ring und fällt rein, ein anderer springt raus. Mit 18 Ballverlusten gewinnt man aber auch ganz selten ein Spiel.

    Am kommenden Samstag (16.00 Uhr, ORF Sport + live) empfängt Österreich die Auswahl Albaniens. Das Hinspiel in Tirana hat das OBV-Team deutlich 79:51 gewonnen. (Florian Vetter, 5.8.2017)

    WM-Vorqualifikation

    Österreich – Niederlande 72:79

    Scorer Österreich: Pöltl 24, Schreiner 16, Lanegger 12, Mahalbasic 10, Klepeisz 7, Lamesic 3

    • Jakob Pöltl wurde unter den Körben von den Niederländern ziemlich malträtiert, kam aber trotzdem auf 24 Punkte.
      foto: apa/haumer

      Jakob Pöltl wurde unter den Körben von den Niederländern ziemlich malträtiert, kam aber trotzdem auf 24 Punkte.

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