Sonderermittler fordert Flynn-Unterlagen aus Weißem Haus an

    5. August 2017, 09:20
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    Präsidialamt und Flynns Anwalt waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen

    Washington – In der Russland-Affäre will US-Sonderermittler Robert Mueller einem Zeitungsbericht zufolge den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn genauer unter die Lupe nehmen. Muellers Mitarbeiter hätten vom Präsidialamt in Washington Unterlagen im Zusammenhang mit Flynn angefordert, berichtete die "New York Times" am Freitag unter Berufung auf Insider aus dem Umfeld der Ermittlungen.

    Es sei zwar keine offizielle Anweisung. Aber es sei die erste bekannte Anfrage von Muellers Team, um Unterlagen aus dem Weißen Haus ausgehändigt zu bekommen. Das Präsidialamt und Flynns Anwalt waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

    Mueller geht dem Verdacht nach, dass Russland die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten beeinflusst und geheime Absprachen mit Mitarbeitern aus dessen Wahlkampfteam getroffen haben könnte. Trump und die Regierung in Moskau bestreiten dies. Flynn wurde im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt wegen falscher Angaben zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in Washington gefeuert.

    Beziehungen zur Türkei

    Die Ermittler hätten zudem Zeugen befragt, ob Flynn in den letzten Monaten des Wahlkampfes heimlich von der türkischen Regierung bezahlt worden sei, berichtete die Zeitung weiter. Im Juni hatte Reuters von Insidern erfahren, dass sich Mueller auch Flynns Arbeit für den türkischen Geschäftsmann Ekim Alptekin genauer anschaut. Alptekins Firma Inovo BV habe Flynns Beratungsunternehmen zwischen September und November 2016 rund eine halbe Million Dollar bezahlt, um eine Dokumentation über den islamischen Prediger Fethullah Gülen zu produzieren.

    Nach eigenen Worten heuerte Alptekin Flynn an, um zu erforschen, wie Gülen die Atmosphäre zwischen der Türkei und den USA vergifte. Der Geschäftsmann ist ein Verbündeter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der in dem seit langem im US-Exil lebenden Gülen den Drahtzieher des Putschversuchs im vorigen Jahr sieht. (APA, Reuters, 5.8.2017)

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