Frauenfußball nach der EM: Bald ist wieder Ebbe

Kommentar4. August 2017, 17:46
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Die Frauenbundesliga wird weiterhin ein Mauerblümchendasein fristen

Bis zu 1,35 Millionen Menschen verfolgten am Donnerstag das Halbfinale der Frauenfußball-EM zwischen Österreich und Dänemark in ORF 1. Das Interesse überstieg selbst die Erwartungen der kühnsten Optimisten. Frauenfußball wurde in Österreich lange Zeit kaum wahrgenommen – von Medien wie von Fans. Dem letzten Testspiel Österreichs vor der EM in Wiener Neustadt (gegen Dänemark) wohnten 1250 Zuschauer bei. Das waren schon überdurchschnittlich viele.

Aber was bleibt nun vom Erfolg in den Niederlanden? Vielleicht werden sich in naher Zukunft ein paar mehr Zuschauer in die Stadien verirren, vielleicht wird es ein paar mehr Berichte geben. Die Frauenbundesliga wird freilich weiterhin ein Mauerblümchendasein fristen. Auf die Sprünge helfen könnte der sponsorlosen, unter der Patronanz des Fußballbundes (ÖFB) stehenden Liga die Teilnahme namhafter Vereine wie Rapid oder Red Bull Salzburg. ÖFB-Präsident Leo Windtner fordert die Männerbundesligaklubs auf, "sich der Frauen anzunehmen". Man wolle ein Anreizsystem schaffen. Wie dies genau aussehen wird, ist völlig unklar. Windtner will den Männerklubs jedenfalls nichts vorschreiben.

Bestimmt werden einige Mädchen durch die Fußball-EM Lust bekommen haben, Fußball zu spielen. Aber die Euphoriewelle für den Frauenfußball wird so schnell wieder abebben, wie sie angeschwollen war. (Birgit Riezinger, 4.8.2017)

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