BMW 530e: Zwei Seelen wohnen, ach, in seiner Brust

    7. August 2017, 09:46
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    530e iPerformance: BMWs Businessbomber als Plug-in-Hybridfahrzeug

    Wien – Die elektrischen Kilometer schmelzen mitunter schneller dahin als das Tichy-Eis in der Sommersonne. Unterm Strich bleibt aber die Erfahrung, dass man die meisten Tagesstrecken in der Stadt rein elektrisch bewältigen kann. 530e iPerformance war die Faktenfindungsmaschine, und hinzufügen sollte man noch: Ein Stromanschluss daheim und/oder in der Arbeit ist unabdingbar. Sonst kann man das Thema Plug-in-Hybrid gleich vergessen. Nur so unsere (bisherige) Erfahrung.

    foto: andreas stockinger

    Sehen wir uns das Technikpaket an. Da wäre ein Elektromotor mit 83 kW, der sitzt anstelle des Wandlers im Getriebe. Weiters ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 184 PS. Zusammen leisten sie 252 PS. Die Lithium-Ionen-Batterie mit 9,2 kWh Kapazität erlaubt hypothetisch bis zu 50 km Reichweite, hochsommers oder tiefwinters bleiben davon – 20, 25 km gehen sich aber alleweil aus.

    foto: andreas stockinger

    Ja, und da kommt neben der Ladedauer (viereinhalb Stunden an der Steckdose) und -infrastruktur der nächste Nachteil ins Spiel. Die unter Fondsitzbank und Kofferraum verstaute Batterie nimmt ganz schön viel Platz weg. Fasst die "normale" 5er-Limousine 530 Liter, gehen sich im 430e nur 410 aus. Übrigens, wen das Hantieren mit dem Ladekabel narrisch macht: Der 5er ist der erste Plug-in-Hybrid von BMW, der sich ab 2018 auch induktiv laden lässt.

    foto: andreas stockinger

    Fährt man den 530e viel und zügig auf Autobahn und Landstraße, steht schon einmal ein Neuner auf der Verbrauchsanzeige. Ergeben sich hingegen mehrmalige innerstädtische Einsätze und hatte man davor Gelegenheit, die Batterien energetisch randvoll zu kriegen, fährt man, wie erwähnt, praktisch alles rein elektrisch.

    foto: andreas stockinger

    Laut Bordcomputer lag unser Stromverbrauch bei rund 18 kWh / 100 km. Psychologisch wichtig: Den spürt man an der Tankstelle nicht. Man kann bei halbwegs sorgsamem Umgang tatsächlich zu verblüffend niedrigen Verbräuchen gelangen und sich am guten Umweltgewissen ergötzen. Nur bleiben sie halt vom Normverbrauchswert so weit weg wie Fake-News von der Wirklichkeit.

    foto: andreas stockinger

    Der 530e fährt sich ausgesprochen komfortabel. Die Bedienung, auch die der E-Fahrtmodi – rein elektrisch, Mix oder Nachladen während der Fahrt und Ladung sichern -, geht via eDrive-Taster vorbildlich simpel, selbsterklärend.

    foto: andreas stockinger

    Wer aber meint, super, so was leg ich mir zu, zumal sich damit der Finanz prächtig ein Schnippchen schlagen lässt, allerdings als Kombi: Fehlanzeige. Den 5er Touring gibt's nicht als Plug-in-Hybrid. Die Karosserieform verkauft sich, anders als die Limo, schließlich nur in Europa. Da lohnt die Investition, lohnt der Entwicklungsaufwand nicht. Schade. (Andreas Stockinger, 7.8.2017)

    foto: andreas stockinger

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    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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