Kunsthandel: Vom Kojen- zum Salonformat

    6. August 2017, 11:42
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    Zur Festspielzeit beziehen Kunsthändler ihre temporären Messequartiere an der Salzach

    Als Rahmenprogramm für das Festspielpublikum haben Kunstmessen in Salzburg eine langjährige Tradition. Das älteste Format ist das seit 42 Jahren zu Ostern anberaumte, dem 2007 eine erste Sommerversion folgte. Im Laufe der folgenden zehn Jahre drückten sich unterschiedliche Veranstalter die redensartliche Türklinke in die Hand.

    Zuletzt haben sich die Verkaufsevents des Kunsthandels auf zwei eingependelt, die aktuell an der Salzach ihre temporären Quartiere beziehen: die Art & Antique (12.–20. 8.) im Hof der ehemaligen erzbischöflichen Residenz sowie die Art Salzburg (5.–27. 8.) mit ihrem Kunstsalon in der Sala terrena der Universität und dem Skulpturengarten im angrenzenden Renaissancehof Dietrichsruh.

    Letztere initiierte eine Gruppe von Kunsthändlern rund um Thomas Salis: als "Gegenentwurf zu konventionellen" Kojenmessen, wie man erklärt, als "kuratierte Zusammenschau charakteristischer Spitzenwerke" aus dem Programm der sechs Teilnehmer. Darunter Beck & Eggeling mit Arbeiten deutscher Expressionisten und "ZERO"-Künstler, Johannes Faber mit Fotografien der internationalen klassischen Moderne und die Galerie Konzett mit Werken des Aktionismus. Thomas Salis, der seine Galerie parallel mit Günther Ueckers Malerei auf Papier bespielt (bis 30. 9.), setzt in der Sala terrena auf den Dialog von zeitgenössischen Positionen, außereuropäischer Kunst und internationaler Klassischer Moderne.

    Wienerroither & Kohlbacher, in der Branche für exquisite Arbeiten auf Papier Klimts, Kokoschkas und Schieles sowie deutscher Expressionisten anerkannt, haben ihr Angebot aktuell um Bildhauerkunst erweitert: konkret um Alfred Hrdlickas monumentalen Johannes der Täufer (1972–1986) aus weißem Kalkstein. Etwa vier Tonnen bringt die einst in der Bawag-Sammlung und zuletzt als Dauerleihgabe im Belvedere beheimatete Skulptur auf die Waage. Museale Güte, die mit 580.000 Euro ihren Preis hat.

    Ein breiter angelegtes Spektrum decken die zehn Aussteller der Art & Antique ab: Christoph Bacher mit Kunst der Antike, Stefan Brenske mit einer Auswahl an Ikonen oder Runge Kunsthandel mit einem Schwerpunkt auf Antiquitäten. Zu den Highlights der Kategorie bildende Kunst gehören etwa Werke von Serge Poliakoff und Gabriele Münter (Galerie Française) oder auch klassische Souvenirs der Marke Alfons Walde (Kunsthandel Freller). Über das aktuelle Ausstellungsprogramm in den Galerien wird kommende Woche an dieser Stelle ein separates "Salzburg Spezial" informieren. (kron, 6.8.2017)

    • Hrdlickas museales Johannes-Monument aus Kalkstein.
      foto: wienerroither & kohlbacher

      Hrdlickas museales Johannes-Monument aus Kalkstein.

    • "Drei Badende", eine handkolorierte Lithographie (1928/30) von Otto Mueller gastiert bei der "Art & Antique" im Angebot von Kolhammer & Mahringer. Kostenpunkt für das Unikat? Unter 100.000 Euro.
      foto: kolhammer & mahringer

      "Drei Badende", eine handkolorierte Lithographie (1928/30) von Otto Mueller gastiert bei der "Art & Antique" im Angebot von Kolhammer & Mahringer. Kostenpunkt für das Unikat? Unter 100.000 Euro.

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