Biologischer Wirkstoff hilft bei Hautwunden

    6. August 2017, 08:00
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    Wiener Forscher haben eine erfolgversprechende Substanz zur äußeren Wundheilung entwickelt

    Bis ein neu entwickelter Arzneimittelwirkstoff zur Anwendung kommt, muss er eine langwierige Zulassungsprozedur durchlaufen. So auch die an der MedUni Wien von Hendrik Jan Ankersmit und seinem Team entwickelte und patentierte biologische Substanz APOSEC, die aus löslichen Eiweißstoffen, Exosomen und Lipiden aus weißen Blutkörperchen besteht.

    Diese müssen zunächst bestrahlt werden und schütten während des Zelltods Proteine aus, ein "Sekretom". Dieses weist eine vielfache therapeutische Wirksamkeit auf, wie das Forscher-Team bereits in präklinischen Versuchen zeigen konnte. Es wirkt unter anderem antibakteriell, induziert die Neubildung von Gefäßen und aktiviert die Wundheilung.

    Die Zellen (weißen Blutkörperchen) können somit als "Bioreaktor" verstanden werden, die das Sekretom ausscheidet – der zelluläre Bestandteil wird nach einer Kulturperiode im Reagenzglas verworfen. Der therapeutische Effekt kommt allein durch die Vielfalt der abgesonderten Inhaltsstoffe zustande.

    Wirksam bei Hautwunden

    In der aktuellen klinischen Phase 1 kommt humanes, unter GMP (Good Manufacturing Practice)-Bedingungen hergestelltes APOSEC aus der Oberösterreichischen Blutspendezentrale in Linz (Watzinger, Juengling, Suessner) zur Anwendung, das von der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) für die klinische Prüfung am Menschen freigegeben wurde.

    Die dazugehörende Studie Marsyas-1 ist die weltweit erste Sekretom-basierte Regenerationsstudie der Haut und wurde nun auch in "Nature Scientific Reports" publiziert. Das Ziel der Studie, die Sicherheit des Wirkstoffes bei dermatologischen Wunden nachzuweisen, konnte erreicht werden. Die dafür benötigten Blutzellen wurden autolog gewonnen, das heißt aus körpereigenem Material der Probanden.

    Jetzt arbeitet das Forscherteam an der Herstellung von APOSEC aus allogenem Zellmaterial, also jenem von fremden Spendern. Auf diese Weise wäre eine kostengünstige Produktion in großer Menge möglich und das Medikament könnte in gefriergetrocknetem Zustand für die sofortige Anwendung zur Verfügung stehen. APOSEC verheißt aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse eine große Einsatzbreite, etwa auch bei Herzinfarkt, Herzmuskelentzündungen, Schlaganfall und Rückenmarksverletzungen. (red, 6.8.2017)

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