Polizei: Terroristen planten in Australien Giftgasanschlag

4. August 2017, 11:22
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Angeklagte wollten Flugzeug in die Luft sprengen und giftige Chemikalien unter Menschen freisetzen

Sydney – In Australien hat die Polizei nach eigenen Angaben neben einem islamistischen Anschlag auf ein Passagierflugzeug auch einen Giftgas-Angriff vereitelt. Gegen zwei mutmaßliche Terroristen – zwei Australier im Alter von 32 und 49 Jahren – wurde am Freitag in Sydney Anklage erhoben. Sie sollen in Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stehen.

Die beiden Angeklagten sollen geplant haben, am 15. Juli eine Passagiermaschine der arabischen Fluggesellschaft Etihad mit einer selbst gebastelten Bombe in die Luft zu sprengen. Das Vorhaben scheiterte nach Angaben des Vizechefs der australischen Bundespolizei, Michael Phelan, daran, dass die Bombe nicht durch die Sicherheitskontrollen kam.

Darüber hinaus sollen die Männer an einem Plan gearbeitet haben, giftige Chemikalien inmitten einer größeren Menschenmenge freizusetzen. Ziel wäre wahrscheinlich der öffentliche Nahverkehr gewesen, sagte Phelan. Der Plan habe sich aber noch im Anfangsstadium befunden. Von einem funktionsfähigen Sprengsatz seien die beiden "weit entfernt" gewesen.

Ein Verdächtiger freigelassen

Die zwei Männer aus einem Vorort von Sydney waren bei einer Razzia am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Bei einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft. Zu einem Gerichtstermin am Freitag erschienen sie nicht persönlich, sondern ließen sich von einem Anwalt vertreten. Mit ihnen wurden noch zwei weitere Verdächtige festgenommen. Einer sitzt noch in Untersuchungshaft, der andere wurde freigelassen.

Das Material für die Flugzeug-Bombe wurde nach Angaben der Polizei von einem IS-Mitglied in Syrien beschafft und dann über die Türkei nach Australien gebracht. Ziel war offenbar, nach dem Start in Sydney ein Etihad-Flugzeug in die Luft zu sprengen.

Der "hochwertige militärische Sprengstoff" war nach Phelans Darstellung in einem Fleischwolf versteckt. Angeblich wollte einer der Verdächtigen sie seinem Bruder ins Gepäck schmuggeln, ohne dass dieser davon wusste. Der Plan sei dann aber in letzter Minute abgebrochen worden. (APA, 4.8.2017)

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