Aldi stoppt Verkauf von Eiern in Deutschland – Hofer nicht betroffen

4. August 2017, 12:49
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Hofer: Haben nur österreichische Lieferanten – Deutschlandweit keine Eier mehr bei Aldi erhältlich – EU-Kommission: Drei Länder betroffen

Berlin – Der Lebensmitteldiskonter Aldi nimmt wegen des Fipronil-Skandals deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilten Aldi Nord und Aldi Süd am Freitag mit.

Mindestens drei Millionen mit dem Insektizid Fipronil kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland geliefert und sind zum Großteil in den Handel gelangt.

Hofer: Nur österreichische Lieferanten

Bei dem Österreich-Ableger Hofer sind Eier weiterhin erhältlich. "Hofer verkauft aktuell nur Eier von österreichischen Lieferanten, weshalb wir von der Thematik nicht betroffen sind und keine Eier aus dem Verkauf nehmen", heißt es auf Anfrage des STANDARD. "Als Vorsichtsmaßnahme haben wir jedoch Stellungnahmen von unseren Lieferanten angefordert, um auszuschließen, dass auch österreichische Eier betroffen sind."

Die Rewe-Gruppe hatte vor wenigen Tagen bereits Eier aus den Niederlanden aus ihren Rewe- und Penny-Läden genommen. Auch bei ihnen besteht der Verdacht, dass sie mit Fipronil verunreinigt wurden. Das Mittel wird gegen Insekten wie Flöhe, Milben und Zecken eingesetzt, ist aber zur Behandlung von Tieren, die Lebensmittel liefern, verboten.

Niederlande, Belgien und Deutschland betroffen

Die EU-Kommission beobachtet unterdessen den Skandal um die mit dem Lausmittel Fipronil kontaminierten Hühnereier. Dabei sei die Brüsseler Behörde in ständigem Kontakt mit den Behörden der Niederlande, Belgiens und Deutschlands, erklärte eine Sprecherin der Kommission am Freitag.

Es würden die geeigneten Maßnahmen getroffen. Belgien habe die Probleme am 20. Juli der Kommission gemeldet, die Niederlande am 26. Juli und Deutschland am 31. Juli. "Diese drei Staaten sind betroffen", so die Sprecherin.

Tags zuvor hatte sich die Kommission deutlich optimistischer gezeigt und von einer Entwarnung gesprochen. Die Situation sei unter Kontrolle, hieß es. (APA, Reuters, red, 4.8.2017)

Wissen: Fipronil

Fipronil kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Der in den 1980er-Jahren in Frankreich entwickelte Wirkstoff ist allerdings auch für Honigbienen in hohem Maße giftig. 2013 hat die EU daher beschlossen, den Einsatz des Mittels in der Landwirtschaft zu begrenzen. Beim Menschen kann Fipronil Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen.

  • Mindestens drei Millionen mit dem Insektizid Fipronil kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland geliefert.
    foto: apa/dpa/armin weigel

    Mindestens drei Millionen mit dem Insektizid Fipronil kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland geliefert.

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