Männliche Führungskräfte immer noch gegen Frauenquote

4. August 2017, 08:14
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Größte Hürde laut Kienbaum-Umfrage: zu wenige qualifizierte Frauen für Führungsetage

Wien – Die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte in österreichischen Unternehmen soll ab kommendem Jahr deutlich steigen: 2018 kommt die verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen. Anfreunden können sich die männlichen Führungskräfte damit aber noch nicht so recht, geht aus einer Kienbaum-Umfrage her.

Während die klare Mehrheit der befragten Frauen die Einführung der Quote befürwortet, sind fast alle Männer dagegen. Die Hälfte der Quoten-Gegner hätte lieber eine freiwillige Selbstverpflichtung für das eigene Unternehmen. Dies geht aus einer Studie des Beraters Kienbaum hervor, für die 62 Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Personalleiter – mit fast ausgeglichenem Geschlechterverhältnis – österreichischer Großunternehmen befragt wurden.

"Je nach Geschlecht unterscheiden sich die Ansichten bezüglich der Frauenquote fundamental. Von einer Akzeptanz der Quote durch beide Geschlechter ist Österreich noch weit entfernt", so Alfred Berger, Studienleiter bei Kienbaum in Wien. Befragte Frauen führen ins Feld, dass ein breiteres Spektrum an Sichtweisen wichtig ist und dass eine angemessene Repräsentanz von Frauen in den Unternehmen gesellschaftlich wünschenswert ist.

Leistung rückt in Hintergund

Jene, die eine gesetzliche Frauenquote ablehnen, fürchten, dass die Leistung bei einer Bestellung dann nicht mehr im Vordergrund steht. Die geringe Anzahl an qualifizierten weiblichen Kandidaten wird, sowohl von Männern als auch Frauen, als die größte Hürde bei der Besetzung von Führungsfunktionen gesehen.

Frauenförderung und Familienfreundlichkeit seien in heimischen Unternehmen, etwa durch Teilzeitmodelle und die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten, zumindest in Grundzügen gegeben. Weitergehende Maßnahmen wie eine betriebliche Kinderbetreuung würden hingegen nur selten angeboten.

Zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt laut der Umfrage nur ein Bruchteil der betroffenen Unternehmen die gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat. Die Quote tritt per 1. Jänner 2018 in Kraft. Dann soll in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ein 30 Prozent-Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. 200 Unternehmen dürften von der Maßnahme betroffen sein. (APA, 4.8.2017)

  • Rund 200 Unternehmen sind ab Anfang  Jänner 2018 von der gesetzlichen Frauenquote betroffen.
    foto: apa/dpa/unbekannt

    Rund 200 Unternehmen sind ab Anfang Jänner 2018 von der gesetzlichen Frauenquote betroffen.

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