3:1 gegen Gent: Altach zieht ins EL-Playoff ein

    3. August 2017, 22:35
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    Vorarlberger damit weiter auf Kurs zum erstmaligen Einzug in eine Europacup-Gruppenphase

    Innsbruck – Der SCR Altach hat den bisher größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte wiederholt und auch in seiner zweiten Europacup-Saison das Playoff um den Einzug in die Europa League erreicht. Die Vorarlberger überraschten in der dritten Quali-Runde KAA Gent und feierten nach einem 1:1 in Belgien am Donnerstag in Innsbruck einen 3:1 (1:1)-Sieg.

    Die Tore erzielten Moumi Ngamaleu (11.), Stefan Nutz (76.) und Kristijan Dobras (88.) bzw. Danijel Milicevic per Elfmeter (44.). Für den erstmaligen Einzug in eine Europacup-Gruppenphase hat Altach noch eine Hürde zu meistern. Neben den Vorarlbergern stehen auch Meister Salzburg und Vizemeister Austria im Europa-League-Playoff, ausgelost wird am Freitag um 13 Uhr in Nyon.

    Solospitze Aigner

    Trainer Klaus Schmidt setzte vor 3.800 Zuschauern im Tivoli auf Hannes Aigner als Solospitze. In der Anfangsphase hatten die Belgier, Ligadritter der vergangenen Saison, etwas mehr vom Spiel – bis die Altacher einmal mehr einen frühen Treffer erzielten.

    Nutz schickte den blitzschnellen Ngamaleu mit einem langen Ball auf die Reise. Der Kameruner entwischte der Gent-Abwehr und überhob den schlecht herausgekommenen Torhüter Jacob Rinne. Die Altacher bekamen Oberwasser, wirkten souverän. Einzig bei einem Milicevic-Freistoß, den Keeper Martin Kobras ausließ, hatten sie Glück. Kalifa Coulibaly, im Hinspiel erfolgreich, brachte den Nachschuss nicht im Tor unter (14.).

    Harte Belgier

    Gent, in der Vorsaison erst im Europa-League-Achtelfinale gescheitert, reagierte auf den Rückstand mit Härte. Simon Piesinger musste bereits Mitte der ersten Hälfte mit einer Knöchelverletzung vom Platz (26.). Der eingewechselte Christian Gebauer prüfte wenig später Rinne (27.). Einen Galvao-Freistoß lenkte Gents Schlussmann über das Tor (32.).

    Dem Ausgleich ging ein unnötiges Foul von Philipp Netzer voraus. Der Altach-Kapitän brachte Coulibaly zu Fall, den Strafstoß verwertete Milicevic sicher. Kurz nach Seitenwechsel schwächten sich die Belgier aber selbst: Stefan Mitrovic wurde für ein Vergehen im Laufduell mit Ngamaleu mit seiner zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt (49.).

    Die erste Großchance auf das 2:1 ließ Aigner aus. Der Tiroler schob den Ball nach Zuspiel von Ngamaleu aber am Tor vorbei (69.). Der Routinier bugsierte wenig später aber auch – möglicherweise aus Abseitsposition – den Ball zu Nutz. Dieser traf mit links auf sehenswerte Manier ins rechte Eck. Es war bereits der vierte Europacup-Treffer für den Altacher Neuzugang in dieser Saison.

    Dobras macht den Deckel drauf

    Gent tauchte nur noch einmal durch Moses Simon gefährlich vor dem Tor auf (82.). Für die Entscheidung sorgte Dobras, der das Leder nach Zuspiel von Emanuel Sakic und starker Ballannahme im kurzen Eck versenkte. Von neun Pflichtspielen in dieser Saison hat Altach damit weiterhin nur eines verloren. Den Grundstein zum überraschenden Aufstieg hatten sie schon mit ihrer Vorstellung in Gent gelegt.

    Drei Runden haben die Altacher bereits überstanden, eine fehlt noch zur Gruppenphase. Bei ihren ersten Europacup-Auftritten 2015 hatten die Rheindörfler in der dritten Quali-Runde zur Europa League Vitoria Guimaraes aus Portugal ausgeschaltet, waren dann aber im Play-off an Belenenses Lissabon gescheitert. (APA, 3.8.2017)

    Europa-League-Qualifikation, 3. Runde, Rückspiel, Donnerstag

    SCR Altach – KAA Gent 3:1 (1:1)
    Tivoli-Stadion Innsbruck, 3.800 Zuschauer, SR Rainville (FRA)

    Torfolge:
    1:0 (11.) Ngamaleu
    1:1 (44.) Milicevic (Elfmeter)
    2:1 (76.) Nutz
    3:1 (88.) Dobras

    Altach: Kobras – Sakic, Zech, Netzer, Galvao – Dobras, Salomon, Piesinger (26. Gebauer), Ngamaleu – S. Nutz (86. Zwischenbrugger) – Aigner (80. Grbic)

    Gent: Rinne – Gigot, Mitrovic, Asare – Dejaegere, Marcq, Esiti (39. Kalu), Simon – Milicevic (80. Kubo), Coulibaly, Andrijasevic (68. Sylla)

    Gelb-Rote Karte: Mitrovic (49., wiederholtes Foulspiel)

    Gelbe Karten: Aigner bzw. Coulibaly, Esiti, Gigot, Milicevic

    Hinspiel 1:1, Altach mit dem Gesamtscore von 4:2 im Europa-League-Playoff (Auslosung am Freitag um 13 Uhr in Nyon, Spieltermine 17. und 24. August)

    • Stimmen

    Klaus Schmidt (Altach-Trainer): "Das ist ein Wunder. Ein Gegner wie Gent ist eine Nummer in Europa. Altach mit 6.000 Einwohnern, wir sind wie die Gallier. Wir hatten eine gute taktische Einstellung, am Ende hat dann der Wille gesiegt. Gent war in der ersten Hälfte böse und hat ausgeteilt, aber wir haben uns nicht provozieren lassen. Nach dem Ausschluss war es eine Frage der Zeit, bis wir das 2:1 machen. Nutz blüht auf, er ist ein toller Spieler für uns."

    Georg Zellhofer (Altach-Sportdirektor): "Es ist unglaublich. So viele Haare habe ich nicht mehr. Aber wenn sie so weiterspielen, wird es gefährlich für mich. Ich glaube, dass die Art und Weise beeindruckend war. Es war Gent schon ein ganz großer Name. Mein Wunschlos ist Milan. Einmal gegen Milan zu spielen vor 15.000 Zuschauern, das wäre toll. Ich denke, es freuen sich alle im österreichischen Fußball. Das waren wieder wichtige Punkte."

    Stefan Nutz (Altach-Torschütze): "Wir haben uns das wirklich verdient, waren sicher die bessere Mannschaft. Man hat gesehen, dass Marktwerte nicht Fußball spielen. Das Trainerteam hat uns super eingestellt, wir waren von Anfang an die bessere Mannschaft."

    Kristijan Dobras (Altach-Torschütze): "Es ist ein kleiner Traum wahr geworden, jetzt dürfen wir ein bisschen feiern. Wir haben gewusst, dass wir ein Tor brauchen, weil die Klasse von Gent sehr groß ist. Beim Tor habe ich zwei oder drei Spieler in die Garage rennen lassen und habe dann eingeschoben. Nach den zwei Tagen am Flughafen haben wir uns wieder erholt, das hat man heute gesehen."

    • Der Anfang vom erfreulichen Ende:  Ngamaleu (12.) trifft zur Führung für Altach.
      foto: apa/expa/jakob gruber

      Der Anfang vom erfreulichen Ende: Ngamaleu (12.) trifft zur Führung für Altach.

    • Nach dem 2:1 durch Nutz und dem 3:1 durch Dobras war der Aufstieg ins Play-off fix.
      foto: apa/expa/jakob gruber

      Nach dem 2:1 durch Nutz und dem 3:1 durch Dobras war der Aufstieg ins Play-off fix.

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