Kiew: Peter Seisenbacher in Auslieferungshaft

3. August 2017, 18:56
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Der wegen sexuellen Missbrauchs gesuchte Ex-Olympiasieger wurde für 40 Tage inhaftiert

Kiew/Wien – Der ehemalige Judo-Doppelolympiasieger Peter Seisenbacher ist am Mittwoch in Kiew in Auslieferungshaft genommen worden. Ein Bezirksgericht habe die Auslieferungshaft verhängt, teilte die Kiewer Staatsanwaltschaft mit. Laut ukrainischer Strafprozessordnung können in Auslieferungsfällen zunächst bis zu 40 Tage Haft verhängt werden.

"Auf Antrag der städtischen Staatsanwaltschaft Nr. 7 hat das Bezirksgericht von Kiew-Podil einen 57-jährigen Österreicher, nach dem wegen schwerer Verbrechen international gefahndet wurde, für eine Dauer von 40 Tagen inhaftiert", heißt es in der Aussendung. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte der APA am Donnerstag, dass dabei von Seisenbacher die Rede ist.

Missbrauchsvorwürfe

Die Ukraine bewilligt die Auslieferung ausländischer Verdächtiger, die zur Strafverfolgung ausgeschrieben sind, wenn ihnen vom ersuchenden Staat strafbare Handlungen vorgeworfen werden, die mit mehr als einem Jahr Haft oder "schwerer Strafe" bedroht sind. Das trifft auf Seisenbacher zu, der sich als Trainer in einem Wiener Judo-Verein an zwei Mädchen vergangen haben soll. Dafür sieht das Strafgesetzbuch einen Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren vor.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war Seisenbacher als Trainer seinem Sport treu geblieben. In seinem Judo-Verein soll er laut Staatsanwaltschaft Wien zwischen 1997 und 2004 zwei damals unmündige Mädchen missbraucht haben. Eine weitere Jugendliche wehrte ihn laut Anklage ab, als er zudringlich wurde – die Staatsanwaltschaft hat das als versuchten Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses angeklagt. Seisenbacher hat sich zu den Anschuldigungen bisher nicht öffentlich geäußert, es gilt die Unschuldsvermutung. (APA, 3.8.2017)

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