Bawag macht sich hübsch für die Börse

3. August 2017, 12:54
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Die Bank fasst in Deutschland Fuß, im ersten Halbjahr wurde mehr verdient

Wien – Die Bawag hat dank niedrigerer Refinanzierungskosten und Übernahmen mehr verdient. Der Gewinn vor Steuern stieg im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent auf 251 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Die Bawag gehört zu 52 Prozent dem US-Investor Cerberus, weitere 40 Prozent hält der US-Fonds Golden Tree Asset Management. Die Finanzinvestoren planen Finanzkreisen zufolge einen Börsengang (IPO) der viertgrößten österreichischen Bank im Herbst. "Cerberus, GoldenTree und die Bawag P.S.K. evaluieren gerade mehrere strategische Optionen für das Unternehmen, inklusive eines möglichen IPOs", hieß es auf der Bawag-Webseite. Cerberus hatte die Bank 2007 gemeinsam mit drei anderen Investoren für 3,2 Milliarden Euro gekauft. Bawag zählt mehr als 2,2 Millionen Kunden und hat eine Bilanzsumme von 40 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr konnte das Geldhaus dank der Übernahme der Start Bausparkasse und der Immo-Bank die für die Refinanzierung wichtigen Kundeneinlagen steigern, zugleich musste sie den Privatkunden weniger Zinsen zahlen. Dank der Zukäufe stieg auch das Volumen der ausgereichten Kredite. Der Zinsüberschuss kletterte trotz der niedrigen Zinsen um fünf Prozent auf 395 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent.

Die Bawag bekräftigte, sich nach weiteren Zukäufen umzusehen. In Deutschland fasst die Bank mittlerweile Fuß. Mitte Juli hat sie den Vertrag zum Kauf der baden-württembergischen Südwestbank (7,4 Mrd. Euro Bilanzsumme, 100.000 Kunden, 650 Beschäftigte) perfekt gemacht. Im ersten Halbjahr bekam die Bawag zudem auch eine eigene Konzession für eine Zweigniederlassung in Deutschland. Die Kreditvergabe dort startet noch heuer. (APA, Reuters, 3.8.2017)

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