Erderwärmung könnte Ozonwerte in Europa wieder steigen lassen

    3. August 2017, 12:04
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    Richtwerte für bodennahes Ozon im Mittelmeerraum könnten künftig an bis zu 100 Tagen überschritten werden, schreiben französische Forscher

    Paris – Eine zunehmende Erderwärmung könnte einer aktuellen Studie zufolge die Fortschritte bei der Ozon-Reduzierung in Europa wieder zunichtemachen. Wenn der Ausstoß der Vorläuferstoffe nicht verringert werde, könnten die Richtwerte für bodennahes Ozon im Mittelmeerraum künftig an bis zu 100 Tagen überschritten werden, schreiben französische Forscher um Audrey Fortems-Cheiney vom Umwelt-Institut Pierre Simon Laplace.

    Dies hätte große Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen aber auch auf die Vegetation, heißt es in der Studie im Fachmagazin "Nature Communications". Aktuelle Bemühungen bei der Gesetzgebung zielen darauf ab, die Vorläuferstoffe von Ozon zu verringern. Dabei handelt es sich vor allem um Stickstoffoxide und flüchtige organische Stoffe – vor allem aus dem Straßenverkehr und aus Lösemitteln.

    Mitverantwortliches Methan

    Die Forscher haben in ihrer Studie zwei verschiedene Szenarien verglichen: Im ersten Szenario werden die Treibhausgas-Emissionen nicht verringert und die globale Temperatur steigt etwa bis Mitte des Jahrhunderts um drei Grad Celsius. Hier wäre das Ozon-Niveau nach den Berechnungen um acht Prozent höher als in einem zweiten Szenario, in dem es eine moderate Verringerung der Emissionen gibt und eine Erderwärmung um zwei Grad Celsius. Betroffen seien dann vor allem Regionen mit viel Industrie, große Metropolen und insbesondere Südeuropa.

    Der Unterschied sei auch auf höhere Methan-Konzentrationen zurückzuführen. Methan ist vor allem als klimarelevantes Gas bekannt,führt aber auch zu einer höheren Ozonbildung. Die Wissenschafter weisen darauf hin, dass die Anstrengungen verstärkt werden müssen, die Ozon-Vorläuferstoffe zu verringern – aber auch die globale Methan-Konzentration. Methan entsteht unter anderem bei der Haltung von Rindern, beim Reisanbau aber auch in Klärwerken und Mülldeponien. (APA, 3.8.2017)

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