Jeder zweite Österreicher findet Bankgebühren zu hoch

    3. August 2017, 11:36
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    Studie: Trotz Unzufriedenheit wechseln nur sechs Prozent ihre Bank. Erst zehn Prozent der Österreicher nutzt Gratiskonten

    Wien – Dass die Kosten und Gebühren bei Banken oft hoch werden können, ist nicht neu. Studien zeigen immer wieder, dass die Kunden diesbezüglich unzufrieden sind. Dieser Unmut führt aber nur selten dazu, dass die Kunden ihre Bank wechseln. Konkret denken nur sechs Prozent an einen Wechsel, zeigt eine Studie der Ing-Diba, für die 1000 Österreicher ab 18 Jahren befragt wurden.

    Laut der Umfrage finden nur 20 Prozent der Befragten die Gebühren großteils fair. 21 Prozent finden die Kostenbelastung zwar zu hoch, planen aber dennoch keinen Wechsel. Das ist laut Ing-Diba ein Hinweis darauf, dass jeder fünfte Österreicher entweder mit seiner Bank sehr zufrieden ist oder den Wechsel bewusst scheut bzw. dies zu kompliziert findet.

    Gratiskonto noch Minderheitenprogramm

    Zehn Prozent der Österreicher besitzen ein Gratiskonto, zahlen also keine Gebühren mehr. "Die Umfrage macht klar, dass Gratiskonten viel zu wenig genutzt werden und welches Potenzial noch in diesem Markt steckt", teilt Luc Truyens, Chef der Ing-Diba Austria via Aussendung mit. Seine Schlussfolgerung: "Viele haben sich mit Bankgebühren – auch mit den ständig steigenden – abgefunden. Oft fehlt es an Information, verständlichen Geschäftsbedingungen sowie dem konkreten Willen, etwas zu ändern – nämlich zum besseren Angebot zu wechseln."

    Konditionen oft unbekannt

    Da überrascht es wohl nicht, dass mehr als jeder Dritte (35 Prozent) die Konditionen seiner Bank kaum oder gar nicht kennt (41 Prozent Frauen, 27 Prozent Männer). In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen beträgt der Anteil der Uninformierten sogar 56 Prozent.

    Je älter, desto informierter zeigen sich die Bankkunden. Jeder Zweite hat schon über ein Jahr lang bzw. überhaupt noch nie die Gebühren überprüft. Auch hier sind es vor allem Frauen und junge Menschen, die nachlässig sind. "Diese Ergebnisse sind erschreckend", sagt Truyens.

    Informationen zu kompliziert

    Bei der Frage nach der Verständlichkeit der Konditionen waren die Antworten ähnlich besorgniserregend: Nur 43 Prozent gaben an, alles zu verstehen. Für 36 Prozent der Befragten ist nicht alles verständlich bzw. transparent. Zehn Prozent verstehen die Konditionen gar nicht und 11 Prozent haben sich damit noch nie beschäftigt. Die Ing-Diba Austria reagiert darauf mit einer vereinfachten und leicht auffindbaren Gebührentabelle auf der Homepage.

    Jene, die an einen Bankwechsel denken, informieren sich größten Teils direkt auf den Homepages der Banken. Danach folgen Filiale, Vergleichsportale, Familie und Freunde sowie die Serviceseite, etwa von der Arbeiterkammer (Bankenrechner), heißt es in der Studie. (bpf, 3.8.2017)

    • Mit den Gebühren bei ihrer Bank sind die Österreicher unzufrieden. Der Bank den Rücken kehren, wollen dann doch nur wenige.
      foto: apa/herbert pfarrhofer

      Mit den Gebühren bei ihrer Bank sind die Österreicher unzufrieden. Der Bank den Rücken kehren, wollen dann doch nur wenige.

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