Hit-Shooter "Battlegrounds" hat ein Problem: Cheater

3. August 2017, 11:26
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Ein Nutzer äußert sich zu seinen Motiven für den Einsatz von Hacks

"Playerunknown’s Battlegrounds" bricht momentan alle Rekorde, obwohl das Spiel noch in der Early-Access-Phase steckt. Unterdessen kämpfen die Entwickler mit einem zunehmenden Problem: Tausende Cheater nutzen eigens für das Spiel entwickelte Hacks, um sich so einen Vorteil gegenüber anderen zu verschaffen. Die Motive sind dabei so unterschiedlich wie auch frustrierend, da ihr Verhalten anderen Nutzern das Spiel ruiniert.

"Cheater werden um jeden Preis cheaten, um die Oberhand zu gewinnen"

Ein Admin auf einer Cheater-Webseite namens Drakoni gibt eine Erklärung ab, warum manche Nutzer es für nötig halten, Hacks anzuwenden: "Um im Kampf die Oberhand zu gewinnen, um sich einen massiven, unfairen Vorteil zu verschaffen. Manche tun es aus Spaß, manche wollen im Spiel einfach besser sein als die anderen. Cheater werden um jeden Preis cheaten, um die Oberhand zu gewinnen", zitiert die Seite Eurogamer den Spieler.

Hacker und Cheater sind in der Spielecommunity nicht gern gesehen. Schließlich ist der Leidtragende immer der ehrliche Spieler. Der Erfinder von "Playerunknown’s Battlegrounds" Brendan Greene meldete sich ebenfalls zu Wort und gab seine Begründung an, warum es auch in seinem Spiel Cheater gibt. "Ein ausschlaggebender Grund wäre natürlich, den eigenen Namen auf Platz Eins der Rangliste stehen zu sehen. Viele Nutzer spielen Stunden und Tage, um sich nach oben zu arbeiten. Bei der Menge an Cheats ist es also ein weitaus einfacherer Weg an die Spitze zu kommen."

Doch auch Greene sieht die ehrliche Spielergemeinde bedroht und kritisiert die Faulheit der Cheat-Nutzer. "Es gibt diejenigen, die einfach nur gut in einem Spiel sein wollen, ohne es wirklich zu versuchen. Doch es gibt auch Trolle, die mit ihren Skripten das Spiel böswillig ruinieren wollen", so Greene. Ebenso bewunderte er aber die Hartnäckigkeit der Schwindler: "Wir haben Daten von BattleEye auf unserer Anti-Cheat-Lösung und es gibt Leute, die ständig neue Konten kaufen. Sie hören nicht damit auf, auch wenn sie zehn, 20, 30 Mal gesperrt werden."

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So nutzen Cheater Hacks, um in "Battlegrounds" erfolgreich zu sein.

Hartes Durchgreifen bei Betrügern

Wie bei anderen Online-Games möchte auch Brendan Greene die Cheater ohne Erbarmen in die Schranken weisen. "Falls du geschnappt wirst oder eine Drittanbieter-Software verwendest, die dir Vorteile verschafft, wird dein Konto sofort gesperrt – permanent und ohne Möglichkeit auf Einspruch. Bei einem kompetitiven Spiel können wir keine Cheater gebrauchen. Sie ruinieren das Spiel und da müssen wir hart durchgreifen", sagt Greene.

Bisher gibt es allerdings nur ein relativ primitives Meldesystem, in dem Nutzer vermeintliche Cheater und Hacker berichten können. Hier muss der In-Game-Name des Verdächtigen, ein Beweis seines Vergehens mittels Screenshot oder Video sowie das Datum des Vorfalls angegeben werden. Eine Rückmeldung folgt bis zu fünf Werktage später, doch ob der Hacker gesperrt wurde, erfährt man nicht. Allerdings kommt im neuen Monatsupdate eine integrierte Reporting-Lösung fürs Spiel, sodass der Prozess für Nutzer einfacher wird.

Für Skript-Schreiber hegt Brendan Greene keine Abneigung – er bewundert sie: "Ich respektiere die Leute, die solche Hacks kreieren. Ich kenne viele in der Branche, die diese Hacker allerdings verabscheuen. Ich tue das nicht. Ich habe selbst ein paar Freunde, die derartige Skripten geschrieben haben. Das sind nicht unbedingt schlechte Menschen. Manche von ihnen wollen einfach nur Lücken im Spiel-Code finden, ähnlich wie man als Kind Dinge auseinander genommen hat, um herauszufinden, wie genau sie funktionieren. Das ist die Art von Mentalität, die viele Hacker haben."

Die Meinung der anderen Seite

Ein User aus einem bekannten Hacker-Forum teilte seine ganz persönliche Meinung zum Einsatz von Cheats. "Ich habe bereits in meiner Jugend Cheats in "GTA" verwendet", so Dexter.Jr. "Ich habe meistens Cheat-Codes benutzt, um Munition zu bekommen. Seit ich mit PC-Spielen angefangen habe, verwende ich Cheats, hauptsächlich ESP. Außerdem habe ich Aimbots eingesetzt, aber nur gegen andere Cheater." ESP steht für "Extra Sensory Perception": Dieser Hack hilft dem Nutzer dabei, andere Spieler besser wahrzunehmen. Die Feinde werden deutlich sichtbarer dargestellt, um sie einfacher von anderen Objekten unterscheiden zu können.

"Ich spiele für mein eigenes Vergnügen und um Spaß zu haben. Zum Beispiel: In "Rainbow Six" war das Spiel so voll mit Cheatern, dass ich mir gedacht habe: ‚Wenn du sie nicht besiegen kannst, schließe dich ihnen an‘! Ich spiele ausschließlich zum Spaß, aber wenn du jedes Match durch Wände abgeschossen wirst, macht dich das wütend. Ich habe schlussendlich nachgegeben und mit dem Cheaten angefangen. Mein Stress-Level sank sofort und ich genoss das Spiel. Ja, ich hatte einen unfairen Vorteil, aber wie ich schon sagte: ich spiele für mein Vergnügen", rechtfertigt der User.

Finanzielles Risiko

"Du willst nicht, dass es deine Teammitglieder herausfinden und du willst auch nicht dabei erwischt werden, aber wenn sie dich schnappen, dann tun sie es eben. Ich mache mir keine Sorgen um das verlorene Geld, wie ich schon sagte, ich bin schon älter und Geld ist kein ausschlaggebender Faktor für mich."

Dexter.Jr. ist nur einer von Tausenden oder gar Zehntausenden Cheatern, die in "Playerunknown’s Battlegrounds" ihr Unwesen treiben. Sie machen in der Regel auch keinen Halt vor Sperren und zücken, wenn nötig, ihr Portemonnaie auch mehrmals. Dabei ist klar erkennbar, dass ihr egozentrisches Weltbild kaum Platz für Empathie bietet. Am Ende ruiniert ihr Verhalten den Spielspaß von Millionen anderen, die in "PUBG" den ehrlichen Weg eingegangen sind.

"Die Einstellung der Community ist toxisch. Irgendwann scherst du dich gar nicht mehr darum, was diese Online-Spieler von dir denken", so Dexter.Jr. "Im Endeffekt spiele ich für mich und ich spiele um Spaß zu haben."

"Wir sind nicht alle schlechte Menschen"

Die Ignoranz mancher Cheater und Hacker macht es ihnen teilweise unmöglich zu erkennen, welche Auswirkungen ihre Schwindelei für andere Spieler haben, so die Kritiker. "Wir sind nicht alle schlechte Menschen. Manche verwenden Cheats, um sich besser zu fühlen oder weniger gestresst zu sein. Wir sind ganz normale Menschen, mit normalen Jobs in einem normalen Leben. Ich habe noch nie Cheats verwendet, um jemandem absichtlich das Spiel zu ruinieren", meint Dexter.Jr. "Niemand mag es, zu verlieren. Sogar im Auto an einer Ampel möchte niemand vom Fahrzeug nebenan überholt werden." (ke, 3.8.2017)

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    foto: "pubg" hacker-report
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    foto: playerunknowns batlegrounds
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