Hubschrauber am Großglockner abgestürzt

Video3. August 2017, 14:26
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Beim Startvorgang wurde der Rettungshubschrauber von einer Windböe erfasst

Kals – Nach dem Unfall eines Rettungshubschrauber am Dienstagabend knapp unterhalb der auf 3.450 Metern Höhe gelegenen Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner soll das Wrack noch am Donnerstagnachmittag geborgen werden. Dies teilte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums der APA mit. Anschließend werde man den zerstörten Hubschrauber nach Wien bringen, um ihn dort genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Eine erste Dokumentation des Unfalls durch die Flugunfallkommission des Ministeriums habe bereits vor Ort statt gefunden. Das Wrack soll nun mit Hilfe eines Schwerlastenhubschraubers ins Tal gebracht werden, sagte Roy Knaus, Flugunternehmer und Eigentümer der Hubschrauberflotte, zur APA. Am frühen Donnerstagnachmittag waren die Vorbereitungen für die Hubschrauberbergung noch im Gange. "Ob der Einsatz noch heute durchgeführt werden kann, hängt aber vom Wetter ab", erklärte Knaus.

Auf einem Video, das den Unfall zeigt, ist zu sehen, wie der Helikopter einen Patienten im Schwebeflug knapp über dem Boden aufnimmt. Just in dem Moment beginnt der Hubschrauber zu rotieren, kracht schließlich aus einigen Metern Höhe auf den Boden und kippt zur Seite – nur wenige Meter von einer steil abfallenden Felswand entfernt. Der Pilot hatte laut Knaus gemeint, dass eine Windböe den Unfall verursacht haben könnte. Das Video zeige jedoch anderes, meinte der Flugunternehmer.

Bedingungen nicht optimal

"Man sieht, dass eher stetiger Wind herrschte. Es könnte also sein, dass der Wind in dem Moment nachgelassen hat", so Knaus. Doch auch die Bedingungen seien am Dienstagabend nicht optimal gewesen, da es sehr warm war. Denn mit zunehmender Höhe und wärmeren Temperaturen nehme die Luftdichte ab. "Deshalb könnte es auch sein, dass die Maschine zu schwer war und mit dem zusätzlichen Gewicht des Patienten dann ins Trudeln geriet", erklärte Knaus. Der Pilot soll nun jedenfalls bis zu ersten Erkenntnissen der Flugunfallkommission nicht mehr fliegen.

Der Hubschrauber war am Dienstag gegen 20.00 Uhr wegen eines medizinischen Notfalls gerufen worden. Bei dem Unfall wurden der Patient und der Notarzt verletzt. Die beiden weiteren Mitglieder der Besatzung des Unfallhubschraubers, der Pilot und ein Flugretter, blieben unverletzt. (APA, 3.8.2017)

  • Der Absturzort des Rettungshubschraubers.
    foto: apa/expa/bergrettung kals/toni riepl

    Der Absturzort des Rettungshubschraubers.

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