SPÖ-Bundesliste: Rendi-Wagner auf Platz zwei hinter Kanzler Kern

Video3. August 2017, 10:39
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Altmünsterer Bürgermeisterin Feichtinger als Überraschung – Kucharowits und Herr auf Kampfmandaten, Cap auf Platz 33

Beim SPÖ-Bundesparteirat am Donnerstag soll nicht nur das Wahlprogramm beschlossen werden, sondern auch die Bundesliste der Sozialdemokraten für die Nationalratswahl am 15. Oktober beschlossen werden.

Hinter SPÖ-Chef Christian Kern soll – so heißt es aus der SPÖ-Parteikreisen zum STANDARD – Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner auf dem 2. Listenplatz kandidieren. Dahinter folgt der Gewerkschafter Wolfgang Katzian, Nationalratspräsidentin Doris Bures sowie Kanzleramtsminister Thomas Drozda. Die Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek ist auf Platz sechs zu finden, gefolgt von Klubobmann Andreas Schieder, Staatssekretärin Muna Duzdar und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler.

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Auf dem 10. Listenplatz folgt eine Überraschung: Elisabeth Feichtinger, 29-jährige Bürgermeisterin von Altmünster aus Oberösterreich. Sie will in Wien "eine starke Stimme für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum sein", so Feichtinger in den Oberösterreichischen Nachrichten. 2015 konnte sie im traditionell schwarzen Altmünster den Bürgermeistersessel erobern.

Feichtinger ist nicht die einzige junge Frau auf der Bundesliste, auch die Chefinnen der beiden Jugendorganisationen "Sozialistische Jugend" und "Junge Generation" sind auf der Liste zu finden. Katharina Kucharowits ist auf Platz 14 gereiht, Julia Herr auch Platz 16. Beide Mandate sind durchwegs Kampfmandate für einen Einzug in den Nationalrat.

Ein prominenter Langzeitabgeordneter, der ehemalige Klubobmann Josef Cap, ist auch an aussichtsloser Stelle gereiht – auf Platz 33. Er ist seit 1983 im Nationalrat.

Auf keine der Listen zur Nationalratswahl hat es die Kultursprecherin der SPÖ, Lisa Hakel, geschafft. Sie will "nach 20 aufregenden, intensiven, spannenden, lehrreichen und ereignisreichen Jahren in der Politik" ab Herbst einen neuen Weg einschlagen, erklärte sie auf ihrer Facebook-Seite. "Selbstverständlich werde ich bis zum 15. Oktober mit meiner SPÖ wahlkämpfen, freue mich aber schon sehr auf die neue Herausforderung".

Rote Kritik am roten Wahlkampfteam

Derweil gibt es auch parteiinterne Kritik am Wahlkampfteam der SPÖ – und zwar vom steirischen Gewerkschafter Josef Muchitsch. Der Nationalratsabgeordnete monierte in der "Kleinen Zeitung": "Wir kommen intern nicht zur Ruhe. Es prallt Neues auf Altbewährtes, in der Koordinierung, in der Organisation, in der Beratung, in der Strategieentwicklung. Daraus entstehen Pannen, die teilweise auch nach außen sichtbar werden."

Es sei etwa schlimm, wenn das SPÖ-Wahlprogramm zu unterschiedlichen Zeiten über Medien kommuniziert wird. "Das ist unprofessionell", sagte Muchitsch. Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern nahm der Baugewerkschafter von seiner Kritik aus. "Wir haben den besten Stürmer seit langem mit Christian Kern, und weder die Mannschaft noch der Trainerstab baut die Strategie um diesen guten Stürmer auf. Das ist, wie wenn Ronaldos eigene Mannschaft gegen ihn spielen würde." Die Wahl will Muchitsch aber noch nicht abschreiben. "In der zweiten Halbzeit gilt es jetzt, die Mannschaft so aufzustellen, dass wir gewinnen. Die, die nicht an den Sieg glauben, sind am falschen Platz." (red, 2.8.2017)

Die Liste im Überblick.

1. Christian Kern
2. Pamela Rendi-Wagner
3. Wolfgang Katzian
4. Doris Bures
5. Thomas Drozda
6. Gabriele Heinisch-Hosek
7. Andreas Schieder
8. Muna Duzdar
9. Georg Niedermühlbichler
10. Elisabeth Feichtinger
11. Mario Lindner
12. Renate Anderl
13. Rainer Wimmer
14. Katharina Kucharowits
15. Oliver Stauber
16. Julia Elisabeth Herr
17. Christoph Matznetter
18. Doris Margreiter
19. Wolfgang Moitzi
20. Eva-Maria Holzleitner
21. Hans Peter Doskozil
22. Sonja Hammerschmid
23. Jörg Leichtfried
24. Christine Muttonen
25. Alois Stöger
26. Maria Maltschnig
27. Andreas Wohlmuth
28. Karin Greiner
29. Ahmed Husagic
30. Silke Haider
31. Reinhold Einwallner
32. Eda Celik
33. Josef Cap
34. Andrea Brunner
35. Florian Wibmer

  • Erst im Vorjahr der SPÖ beigetreten, ist Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner auf 2. Listenplatz für die Nationalratswahl gereiht.
    foto: apa/herbert neubauer

    Erst im Vorjahr der SPÖ beigetreten, ist Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner auf 2. Listenplatz für die Nationalratswahl gereiht.

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