"Was mir zusteht"

Einserkastl2. August 2017, 17:49
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Eine Senkung der Arbeitsplatzkosten muss gegenfinanziert werden. Der SPÖ fällt dazu hauptsächlich "Verwaltungseinsparungen" und neue Steuern ein

Die SPÖ hat sich besonnen und ihr Wahlprogramm unter ihre ureigensten Themen gestellt: Wirtschaft(swachstum), soziale Sicherheit, Pensionen.

Die Flüchtlingsthematik spielt in dem erweiterten "Plan A" eine untergeordnete Rolle – in der richtigen Erkenntnis, dass der Platz schon von Kurz und Strache besetzt ist. Verkauft wird das Programm mit dem Titelfoto eines gemütlich lächelnden mittelalterlichen Herrn, Typ Baustellenhackler mit Schutzhelm, der verkündet: "Ich hol mir, was mir zusteht." Nämlich "mehr Netto vom Brutto".

Die SPÖ-Werbung spricht damit ein Problem an, das auch viele ehemalige sozialdemokratische Manager als das Entscheidende des österreichischen Systems ansehen – nämlich die große Spanne zwischen den Nettobezügen, die jeder Arbeitsplatz bringt, und gleichzeitig den Kosten ebendieses Arbeitsplatzes für die Unternehmungen. Nach diversen Berechnungen machen die Arbeitsplatzkosten bis zu mehr als 200 Prozent der jeweiligen Nettobezüge aus. Nach einer Aufstellung des Thinktanks Agenda Austria hat Österreich eine der größten Spannen zwischen Arbeitsplatzkosten und Nettobezügen.

Eine Senkung der Arbeitsplatzkosten (und offenbar der Sozialversicherungsbeiträge) muss gegenfinanziert werden. Der SPÖ fällt dazu hauptsächlich "Verwaltungseinsparungen" und neue Steuern ein. Was Kurz hier vorzulegen hat, soll ja später kommen. (Hans Rauscher, 2.8.2017)

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