SPÖ-Kulturprogramm: Einfachheit, Sicherheit und Contentquoten

    2. August 2017, 15:54
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    Gratismuseumssonntage, Digitalisierung und weniger Bürokratie stehen am Plan von Kulturminister Thomas Drozda

    Wien – "Zugang erleichtern" und "Arbeitsbedingungen verbessern" schweben als Schlagworte über dem Kulturplan des am Dienstag durchgesickerten SPÖ-Wahlprogramms. Als "Plan K" wird dies in dem von der Partei zu präsentierenden Plan A auf drei Seiten für eine Kulturnation des 21. Jahrhunderts dargelegt.

    Denn Kreativität und Innovationsfähigkeit als Kompetenzen, den Anforderungen der Zeit (Digitalisierung, Diversität) zu begegnen, müssten durch staatliche Unterstützung gefördert werden, heißt es darin.

    Contentquote und Absicherung

    Für das Publikum besonders spürbar wäre an den Plänen etwa ein Gratiseintritt in alle Bundesmuseen an Sonntagen. Ebenso sichtbar: eine 30-Prozent-Quote für heimische Kulturerzeugnisse in den Medien (Musik, Film, TV).

    Die käme finanziell den österreichischen Kulturschaffenden zugute. Gleich wie eine Valorisierung aller – d. h. auch kleinerer – Förderungen, der Ausbau von Mehrjahresförderungen und die Anhebung von Stipendien auf Mindestlohnniveau. Ebenso um die Produzenten abzusichern und um Prekarisierung einzudämmen, trügen laut Plan Reformen bei Arbeitslosen- und Sozialversicherung bei.

    Anreize und Steuerung

    Vereinfachungen bei Spenden und Anreizmodelle für Investitionen sollen Vereinen und Institutionen zudem mehr private Mittel einbringen. Zugleich sollen die bereits präsentierte Bundesmuseumsreform und ein Bundesressort für "alle Kunstaktivitäten" (von Vermittlung bis Auslandskulturaktivitäten) deren Steuerung erleichtern und "strategische Schnittstellen" zur Kreativwirtschaft fördern. Prozesse sollen zudem digitalisiert werden.

    Nicht im Programm enthalten: das zuletzt in den Raum gestellte, probeweise bedingungslose Grundeinkommen für Künstler und eine Reform des Bundesdenkmalamts. Da gebe es aber Reformbedarf, meinte Kulturminister Thomas Drozda gegenüber der APA. Den Bedarf für Gratiseintritt und Valorisierung beziffert er mit rund 15 Millionen Euro. (wurm, 2.8.2017)

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