Amag: Autoindustrie wird das Doppelte an Aluminiumblech brauchen

2. August 2017, 18:32
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Der Alu-Konzern aus Oberösterreich hat im ersten Halbjahr dank steigender Rohstoffpreise Umsatz und Gewinn erhöht.

Ranshofen/Wien – Aluminium findet reißend Absatz, nicht erst heuer, sondern schon seit längerem. Weil insbesondere Auto- und Flugzeugbauer aus Gründen des Treibstoffverbrauchs an jedem Gramm Gewichteinsparung interessiert sind und Aluminium im Vergleich zu Stahl besonders leicht ist, sollte sich dieser Trend noch länger fortsetzen. Was wiederum Hersteller von Primäraluminium und Walzprodukten wie die Amag freut.

Das Unternehmen mit Sitz in Ranshofen in Oberösterreich hat erst im Juni ein neues Werk ebendort in Betrieb genommen und fährt die Produktion nun schrittweise hoch. Die volle Kapazität am Standort Ranshofen von dann 300.000 Tonnen im Jahr (nach rund 200.000 Tonnen 2016) wird erst irgendwann Anfang des nächsten Jahrzehnts erreicht werden, abhängig vom nachgefragten Produktmix. Die nächsten Monate finden Qualifizierungsmaßnahmen und Audits statt, bei besonders sensiblen Chargen, etwa für die Flugzeugindustrie, dauert dieser Prozess möglicherweise eineinhalb bis zwei Jahre.

Neues Kaltwalzwerk

Amag-Chef Helmut Wieser zeigte sich bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch in Wien jedenfalls höchst erfreut, über die erzielten Ergebnisse, aber auch über die Umsetzung des Erweiterungsprojekts in Ranshofen. Das neue Kaltwalzwerk, das nun auch die Produktion extrabreiter Autodächer zum Beispiel für die Mercedes-S-Klasse erlaubt, wurde in der Rekordzeit von nur 16 Monaten aus dem Boden gestampft. Inklusive Gießerei sind zuletzt 320 Millionen Euro am Standort investiert worden.

Im ersten Halbjahr 2017 ist der Umsatz der Amag-Gruppe nicht zuletzt wegen der seit Jahresbeginn um 22 Prozent gestiegenen Aluminiumpreise um insgesamt 16 Prozent auf 535,4 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn (Ebitda) hat sich gar um 26 Prozent auf 92,4 Millionen Euro verbessert (siehe Grafik). Für das Gesamtjahr erwartet Wieser ein Ebitda von 150 bis 160 Millionen Euro – nach 143 Millionen im Vorjahr.

foto: austria metall/der standard

Seit dem Stichtag 30. Juni sind auch noch einige Mitarbeiter aufgenommen worden. Insgesamt zählt die Gruppe derzeit etwa 2.000 Beschäftigte, rund 1.700 davon am Standort Ranshofen, der Rest ist im Vertrieb tätig bzw. entfällt anteilsmäßig auf das Aluminiumproduktionswerk Alouette in der kanadischen Provinz Quebec, an der Amag 20 Prozent hält. Amag gehört mehrheitlich (52,7 Prozent) der B&C-Holding. (stro, 2.8.2017)

  • Amag eröffnete im Juni das modernste Aluminium-Kaltwalzwerk Europas in Ranshofen.
    foto: amag

    Amag eröffnete im Juni das modernste Aluminium-Kaltwalzwerk Europas in Ranshofen.

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