Trump widerspricht seinem eigenen Argument für Steuersenkung

    2. August 2017, 10:59
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    US-Präsident begründet Reform mit schwerer Last für Firmen, deren Rekordgewinne er hervorhebt

    Washington – US-Präsident Donald Trump hat die gestiegenen Unternehmensgewinne hervorgehoben und damit einem der wichtigsten Argumente seiner Partei für eine Steuerreform widersprochen. "Aktiengesellschaften haben noch nie so viel Geld wie jetzt verdient", erklärte Trump am Dienstag auf Twitter. Er stellte sich damit offenbar hinter eine Aussage von Fernsehmoderator Stuart Varney vom US-Sender Fox, dem Trump in seinem Tweet dankte.

    Wirtschaftsvertreter und republikanische Politiker begründen die geplante Unternehmenssteuerreform immer wieder damit, dass Firmen durch Entlastungen bei den Abgaben wettbewerbsfähiger gemacht werden müssten. Die Äußerung des Präsidenten könnte ihnen deswegen den Wind aus den Segeln nehmen. Der demokratische Senator Brian Schatz erklärte auf Twitter, es sei schon eine seltsame Art, wie die Republikaner ihren Vorschlag zur Senkung von Unternehmenssteuern auf den Markt brächten.

    Von 35 auf 15 Prozent

    Die größten Konzerne in den USA verzeichnen in diesem Jahr laut Daten von Thomson Reuters bisher deutliche Gewinnzuwächse im zweistelligen Prozentbereich pro Quartal. Für das Gesamtjahr wird mit einem Anstieg von 11,5 Prozent gerechnet, dem stärksten Wachstum seit 2011. Trump hob in einem anderen Tweet das Rekordhoch des Dow-Jones-Index von rund 22.000 Punkten hervor. Der breiter angelegte S&P-Index gewann seit Trumps Amtsantritt im Jänner zwar 9,4 Prozent hinzu, hatte während der ersten Monate von Barack Obamas Präsidentschaft allerdings mit 16,2 Prozent noch mehr hinzugewonnen.

    In den USA gilt derzeit eine Körperschaftssteuer von 35 Prozent. Das ist weltweit einer der höchsten Sätze. Trump will sie auf 15 Prozent reduzieren. Zuletzt hatten aber ein führender republikanischer Senator selbst eine Senkung auf 25 Prozent als eine Art Wunder bezeichnet. Die Republikaner im Senat rechnen mit dem Beginn der Beratungen im Kongress Anfang September. Abgestimmt werden könnte nach Angaben des Präsidialamts im Repräsentantenhaus im Oktober. Der Senat könnte dann im November folgen. Allerdings gibt es auch bei diesem Thema Streit. Nach der gescheiterten Rückabwicklung der Krankenversicherung Obamacare ist die Steuerreform für die Republikaner das nächste wichtige Projekt. (Reuters, 2.8.2017)

    • US-Präsident Trump bei der "American Dream Week", in der kleine Firmen unterstützt werden sollen.
      foto: ap / alex brandon

      US-Präsident Trump bei der "American Dream Week", in der kleine Firmen unterstützt werden sollen.

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