Mühlviertler Betrieb Kreisel fordert Tesla heraus

2. August 2017, 12:00
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Die oberösterreichische Kreisel Electric entwickelt nach weltweit gefragten Elektroautobatterien jetzt auch Heimspeicher

Wien – Es ist ein Kampf David gegen Goliath, wobei die Gebrüder Kreisel aus Oberösterreich anfangs wohl selbst nicht gedacht haben, wie weit sie es bringen können. Als Markus, Johann und Philipp Kreisel 2012 begonnen haben, sich mit Elektromobilität zu beschäftigen, war Tesla aus den USA schon ein Begriff. Schließlich wurde die Firma 2003 mit dem Ziel gegründet, den Übergang zu einem nachhaltigen Transportwesen zu beschleunigen.

Die Kreisel Electric GmbH, gegründet in der Garage des elterlichen Betriebs in Freistadt, hat sich in kurzer Zeit einen Namen als Entwickler innovativer Batteriesysteme gemacht. Die Oberösterreicher bauen, anders als Tesla in Fremont, keine ganzen Autos; sie rühmen sich aber, die beste Akkulösung für elektrisch betriebene Fahrzeuge zu haben. Und sie arbeiten mittlerweile mit der Crème de la Crème der internationalen Autoindustrie zusammen.

Lithium-Ionen

Kreisels Innovation setzt auf der Lithium-Ionen-Technologie auf. Durch optimierte räumliche Anordnung der Zellen bei gleichzeitiger Kühlung kann die Energiedichte gegenüber herkömmlichen Verfahren deutlich erhöht werden. Die Palette der mit Partnern umgesetzten Anwendungen reicht von E-Karts, E-Rollern und E-Bikes über Pkws, Busse und Nutzfahrzeuge bis zu Schiffen und Flugzeugen. Knapp 80 Mitarbeiter tüfteln an Lösungen, bald schon sollen es 200 sein.

Vorigen Sommer hat das Unternehmen den stationären Stromspeicher Mavero präsentiert, jetzt beginnt die Auslieferung. Und auch da kommen die Oberösterreicher Tesla in die Quere, die ihren Heimspeicher Powerwall in Europa pushen.

Vier Größen

Den Heimspeicher von Kreisel, der an eine Fotovoltaikanlage angeschlossen werden kann, gibt es in vier Größen von acht bis 22 Kilowattstunden. Ein Netzwerk an Vertriebspartnern sei im Aufbau begriffen, hieß es auf STANDARD-Anfrage. Die 90 bis 190 Kilo schweren Wandspeicher kosten zwischen 5.650 und 14.780 Euro. Für die Produktion wurde in einem neuen Werk in Rainbach bei Freistadt eine vollautomatisierte Fertigungslinie installiert. Die ersten 500 von mehreren Tausend bestellten Systemen sollen in Kürze ausgeliefert werden.

Die offizielle Inbetriebnahme des Werks in Rainbach, in das Kreisel 14 Millionen Euro investiert hat, soll im September erfolgen. Neben den Heimspeichern sollen dort vor allem Batteriepacks in großer Stückzahl produziert werden. (Günther Strobl, 2.8.2017)

  • Tesla bietet mit der Powerwall eigene Heimspeicherlösungen an.
    foto:reuters / stringer

    Tesla bietet mit der Powerwall eigene Heimspeicherlösungen an.

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