Vergewaltiger in Jordanien sollen Opfer nicht mehr heiraten dürfen

    1. August 2017, 15:10
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    Das Unterhaus hob das Gesetz auf, das Oberhaus muss noch zustimmen. Entsprechende Gesetze existieren noch in vielen arabischen Staaten

    Amman – Jordaniens Unterhaus hat am Dienstag ein Gesetz aufgehoben, das Vergewaltigern eine Strafe ersparte, wenn diese ihr Opfer heirateten. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Änderung, berichtete die Nachrichtenagentur Petra. Ein vom Königshaus gebildeter Ausschuss zur Modernisierung des Strafgesetzbuchs hatte im Februar vorgeschlagen, das Gesetz abzuschaffen.

    Die Entscheidung muss nun auch noch vom Oberhaus bestätigt werden. "Der heutige Tag ist ein wichtiger Schritt für feministische Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen. Sie haben es geschafft, diese Änderung in die Diskussion zu bringen, um weibliche Vergewaltigungsopfer zu schützen", sagte Hala Ahed von der jordanischen Frauenunion, einer Menschenrechtsgruppe, der Deutschen Presse-Agentur. Der Artikel 308 habe keinen positiven gesellschaftlichen Einfluss gehabt, sondern sei nur ein einfacher Ausweg für Vergewaltiger gewesen.

    Haft für Vergewaltigungsopfer in Emiraten

    Ein ähnliches Gesetz wurde im vergangenen Monat auch vom tunesischen Parlament aufgehoben. Marokko und Ägypten hatten ihre Gesetzgebung zuvor ebenfalls entsprechend geändert. In weiten Teilen der arabischen Welt existieren solche Regelungen aber nach Angaben von Human Rights Watch immer noch – unter anderem in Algerien, dem Irak, Kuwait, Libyen und Syrien. In Golfstaaten wie Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sorgen zudem immer wieder Fälle von Frauen für Aufmerksamkeit, die nach einer Vergewaltigung aufgrund von "außerehelichem Sex" festgenommen werden. (APA, 1.8.2017)

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