KTM-Chef Pierer spendet der ÖVP 436.563 Euro

    1. August 2017, 12:48
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    ÖVP lobt "ehrliche Wahlkampffinanzierung", SPÖ warnt vor "amerikanischen Verhältnissen"

    Wien/Mattighofen – KTM-Chef Stefan Pierer wird der ÖVP für den Wahlkampf 436.463 Euro bezahlen. Diese Spendensumme ist nach Parteiangaben bis Ende Juli eingelangt, Pierer hat die Verdoppelung des Betrags angekündigt. Während die SPÖ vor "amerikanischen Verhältnissen" und dem Einfluss von Großspendern warnt, verweist die ÖVP auf eine Vielzahl an Kleinspenden.

    Mit der von Pierer angekündigten Verdoppelung hat die ÖVP 872.926 Euro von knapp 2.600 Spendern eingenommen. Generalsekretärin Elisabeth Köstinger betont, dass es sich dabei zum Großteil um private Kleinspender handle. Da Pierers Beitrag deutlich über der Großspendengrenze von 50.000 Euro liegen wird, muss diese Summe allerdings auch zur sofortigen Veröffentlichung an den Rechnungshof gemeldet werden.

    "Die Vielzahl an Kleinspenden bestätigt unseren Weg nach einer transparenten und ehrlichen Wahlkampffinanzierung", erklärte Köstinger in einer Aussendung am Dienstag. Darin lobt auch Pierer den Umgang der ÖVP mit dem Thema: "Die Spendenbegeisterung zeigt mir, dass die neue Art der Politik, für die Sebastian Kurz steht, große Unterstützung findet."

    Pierer: "Das große Geld ist das nicht"

    Die SPÖ warnt angesichts von Pierers Großspende dagegen vor "amerikanischen Verhältnissen". Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler befürchtet, dass Pierer sich damit einen Zwölfstundentag ohne Abgeltung der Überstunden "einkaufen" wolle: "Dass er aus reinem Spaß an der Freud derartige Summen lockermacht, nimmt ihm niemand ab."

    Pierer hatte sich zuletzt als Fan der schwarz-blauen Landesregierung in Oberösterreich geoutet. Außerdem forderte er am Sonntag im "Kurier" eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten, die Senkung der Abgaben auf Arbeit und einen Kampf gegen "Überbürokratisierung" etwa im Steuer- und Arbeitsrecht. Den Vorwurf der SPÖ, dass damit das große Geld die Politik regiere, wies er zurück: "Das große Geld ist das nicht. Was Sebastian Kurz hier macht, ist klassisches Crowdfunding." (APA, 1.8.2017)

    • Großspender Pierer: "Was Sebastian Kurz hier macht, ist klassisches Crowdfunding."
      foto: apa/erwin scheriau

      Großspender Pierer: "Was Sebastian Kurz hier macht, ist klassisches Crowdfunding."

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