Archäologen: Jeder Europäer hat einen Migrationshintergrund

    1. August 2017, 11:11
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    Mobilität und Migration sind bereits seit rund zwei Millionen Jahren ein natürlicher Bestandteil des Menschseins

    Berlin – Angesichts der Flüchtlingsdebatte weisen Archäologen daraufhin, dass jeder Europäer einen bis in die Urzeit reichenden Migrationshintergrund hat. "Wir sind alle Afrikaner", sagt die stellvertretende Leiterin des Neanderthal-Museums in Mettmann in Deutschland, Bärbel Auffermann.

    Mobilität und Migration seien schon seit rund zwei Millionen Jahren ein natürlicher Bestandteil des Menschseins und kein neues Phänomen. Das zeigt auch die bis November im Museum laufende Ausstellung "Zwei Millionen Jahre Migration".

    Anatolisches Erbe

    Jeder Deutsche trägt auch das Erbgut früherer Bauern aus dem Gebiet des heutigen Anatoliens und Nahen Ostens sowie der Menschen aus östlichen Steppengebieten in sich. "Die Deutschen, die hier gewachsen sind, gibt es genauso wenig wie die deutsche Kartoffel", sagt Auffermann.

    Zusammen mit der Universität Köln, dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat das Neanderthal-Museum aktuelle Forschungsergebnisse über Ur- und Steinzeitmenschen in der Ausstellung verarbeitet. (APA, 1.8.2017)

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