Software-Lösungen könnten Diesel-Problem entschärfen

    1. August 2017, 09:28
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    IG-Metall-Chef von Baden-Württemberg: "Da braucht es keine Hardware-Nachrüstung"

    Der IG-Metall-Chef des Autolandes Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, geht davon aus, dass mit Software-Lösungen das Problem zu hohes Stickoxid-Ausstoßes bei vielen Diesel-Fahrzeugen zu einem großen Teil gelöst werden kann. Die neueren Diesel-Modelle hätten bereits einen geeigneten Katalysator, um Stickoxide herauszufiltern, sagte Zitzelsberger am Dienstag im Deutschlandfunk. "Da braucht es keine Hardware-Nachrüstung". Anders sehe es bei älteren Modellen aus. Um diese schnellstmöglich vom Markt zu bekommen, befürwortet Zitzelsberger, der auch dem Daimler-Aufsichtsrat angehört, eine staatliche Öko-Prämie.

    Gespannte Atmosphäre

    Zitzelsberger sprach von einer gespannten Atmosphäre bei den Arbeitnehmern der Autohersteller wegen der vielen Vorwürfe gegen die Branche. "Die Stimmung ist natürlich nervös", sagte er. Es gebe viel Verunsicherung und auch Kritik an den Führungen der Unternehmen. "Auf der anderen Seite hat man aber natürlich auch eine große Sorge darüber, dass die ganze öffentliche Auseinandersetzung sich nachhaltig negativ auf die Automobilindustrie und damit die Arbeitsplätze auswirkt." Er warnte vor voreiligen Schlüssen aus den Vorwürfen.

    Der Linken-Politiker Herbert Behrens rechnet mit keinerlei positiven Ergebnissen des Diesel-Gipfels am Mittwoch. "Es wird nichts dabei rauskommen", sagte er im ZDF. Ein Gipfel, bei dem die Verursacher von Abgasbetrug und möglichen Kartellen zusammensäßen mit Politikern, die Fehlverhalten monatelang hingenommen hätten, könne nichts bringen. Es fehlten die Leidtragenden, die Verbraucher und Betrogenen. Zum wiederholten Male gab Behrens Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Verantwortung, dass vieles falsch gelaufen sei. (Reuters, 1.8.2017)

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