Wo ist das Vogerl?

2. August 2017, 00:19
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Die Camouflage bei Vögeln ist individueller als bisher angenommen. Unklar ist, wie die Tiere wissen, wo sie am wenigsten auffallen

Cambridge/Wien – Um sich vor ihren Feinden zu schützen, haben viele Tiere eine perfekte Tarnfärbung: Mit ihrer speziellen Musterung verschmelzen sie geradezu mit der Umgebung. Viele Vogelarten – zumal solche, die am Boden brüten – haben es bei der Camouflage zur Meisterschaft gebracht.

Ein Forscherteam um Claire Spottiswoode (Uni Cambridge) hat nun die Tarnstrategien von Nachtschwalben, Rennvögeln und Regenpfeifern in Sambia untersucht und kam im Fachmagazin "Nature Ecology & Evolution" zu einem erstaunlichen Resultat: Die Camouflage der Tiere ist individueller als bisher gedacht.

foto: project nightjar
Eine perfekte Tarnung sichert Bodenbrütern das Überleben. Hier im Bild (in der Mitte) eine Nachtschwalbe, die eine für ihre individuelle Färbung perfekte Umgebung gefunden hat.

"Wir neigen dazu, bei der Tarnung von Tieren an eine allmähliche evolutionäre Anpassung der Arten zu denken", so Spottiswoode. Tatsächlich aber scheinen die Vögel, die alle etwas anders aussehen, jenen für sie optimalen Nistplatz zu finden. Wie sie das machen, ist nach wie vor unklar. Die Forscher vermuten, dass die Vögel auf irgendeine Weise über ihr eigenes Aussehen und das ihrer Eier Bescheid "wissen".

foto: project nightjar
Zum Vergleich eine etwas anders gefärbte Nachtschwalbe, die ebenfalls den für sie idealen Brutort wählte.

Für Spottiswoode würde die neue Studie dennoch zum besseren Verständnis dessen beitragen, wie Verhalten und Aussehen zusammenhängen. Und sie bedankt sich schließlich auch noch bei den Nest-Findern aus Sambia, die diese Untersuchung erst möglich machten, weil sie hunderte perfekt getarnte Nester aufspürten, die von den Forschern eher übersehen worden wären. (tasch, 1.8.2017)

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