Grafikkarten: Ethereum-Miner mieten Flugzeuge für Express-Lieferung

    31. Juli 2017, 18:36
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    Schnelle Kursänderungen bei Kryptowährungen machen schnelle Zustellung notwendig

    Der neue Run auf Kryptowährungen, insbesondere Ethereum, hat in den vergangenen Monaten für Unmut bei Spielern gesorgt. Weil sich Grafikkarten aus dem Mittelklasse- und Highend-Bereich besonders gut für die Errechnung des Digitalgelds eignen, sind die Bestände knapp geworden und die Preise in die Höhe geschossen.

    Wenngleich der Boom aufgrund des jüngsten Kursverfalls von Ethereum mittlerweile nachgelassen hat, ist der Bedarf weiterhin hoch. Und die Betreiber von Kryptowährungs-Minen mieten mittlerweile Flugzeuge an, um schnelle Zustellung der Hardware zu gewährleisten.

    Langsame Lieferung kommt teuer

    Denn gerade aufgrund der schwankenden Kurse trifft in diesem Geschäft die Devise "Zeit ist Geld" besonders zu. Rund 170 Euro ist eine Ethereum-Einheit aktuell wert. Täglich werden etwa 36.000 davon "gehoben". Es geht also um ein Geldvolumen von über 6 Millionen Euro. Vor wenigen Wochen war es noch doppelt so viel, zu Jahresanfang stand Ethereum wiederum bei gerade einmal zehn Euro.

    Wer die Grafikkarten verzögert erhält, dem entgeht für diese Zeit Ertrag, erklärt Marco Streng, Chef des Unternehmens Genesis Mining gegenüber Quartz. Daher mietet man mittlerweile komplette Boeing 747-Flieger, um die Hardware zu erhalten. Die gängige Liefermethode, Seefracht, wäre viel zu langsam.

    Entspannung in Aussicht

    Gamer, die sich einen neuen PC zusammenstellen wollen, dürfen dennoch auf eine Entspannung der Lage hoffen. Der Ethereum-Kurssturz und die zuletzt erhöhten Anforderungen für das Mining haben zu einem erhöhten Aufkommen von Second-Hand-Grafikkarten auf Marktplätzen wie eBay geführt, da der Markt für private Miner damit deutlich unattraktiver geworden ist.

    Gleichzeitig haben verschiedene Hersteller eigene Grafikkarten-Modelle für Mining-Zwecke angekündigt und wollen auch das Liefermodelle für reguläre Hardware erhöhen. In Kombination dürfte dies in den nächsten Monaten dazu führen, dass die Preise der Karten sich wieder in Richtung ihres üblichen Niveaus entwickeln. (red, 31.07.2017)

    • Eine Boeing 747 im Landeanflug.
      foto: apa

      Eine Boeing 747 im Landeanflug.

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