Wieder Katzenfund in Niederösterreich: Kritik an Novelle erneuert

    31. Juli 2017, 12:44
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    Wiener Tierschutzverein bemängelt nach Auffinden sechs ausgesetzter Katzen erneut Novelle des Tierschutzgesetzes

    Vösendorf/Hollabrunn/Wien – In Niederösterreich sind am Wochenende sechs Katzen ausgesetzt worden, ein fünfjähriges Pärchen und vier Katzenbabys. Von einer "traurigen Bilanz" sprach der Wiener Tierschutzverein (WTV). In einer Aussendung am Montag gab er der Novelle des Tierschutzgesetzes die Schuld am "plötzlichen Boom an ausgesetzten Tieren".

    Die zwei ausgewachsenen Katzen, die jetzt auf die Namen Romeo und Julia hören, waren auf einem Parkplatz der Shopping-City Süd (SCS) abgestellt worden. Freitagabend entdeckten Besucher die Transportboxen mit den Tieren darin und brachten sie ins Tierschutzhaus nach Vösendorf.

    Am Samstag fand eine Frau in Zemling (Bezirk Hollabrunn) vor ihrer Haustür vier Babykatzen in einer Schachtel. Ein Katzenjunges war an Oberlippe und Zunge verletzt und musste von einem WTV-Tierarzt operiert werden. Die rund acht bis zehn Wochen alten Tiere wurden gechipt, entfloht und geimpft und können schon bald in ein neues Zuhause ziehen. Der WTV bat um Verständnis, dass keine Angaben zum genauen Vergabezeitpunkt der Tiere gemacht werden können. Auch Reservierungen seien nicht möglich.

    Konnex zu Gesetz vermutet

    Laut WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic ist das Tierschutzhaus noch nicht völlig überfüllt. "Aber wenn das Aussetzen und Abgeben von Haustieren, dessen aktuelle Zunahme vermutlich durch das verpfuschte Tierschutzgesetz herrührt, so weitergeht, dann sind auch unsere Kapazitäten bald erschöpft", sagte sie. Abseits des Wahlkampfes müsse daher die Sorge für Tiere in Not ernst genommen und das Gesetz angepasst werden.

    Die Novelle des Tierschutzgesetzes verbietet Privatpersonen die Vermittlung von Tieren in der Öffentlichkeit, also über das Internet oder die Printmedien. Betroffen sind auch Organisationen, die weder ein eigenes Tierheim noch eine entsprechende Bewilligung zur Online-Vermittlung besitzen. (APA, 31.7.2017)

    • Der Wiener Tierschutzverein meldet in letzter Zeit immer wieder Katzenfunde (Symbolbild) und sieht hier einen Zusammenhang mit dem neuen Tierschutzgesetz, das Privatpersonen den Online-Handel mit Tieren verbietet.
      foto: apa/dpa/federico gambarini

      Der Wiener Tierschutzverein meldet in letzter Zeit immer wieder Katzenfunde (Symbolbild) und sieht hier einen Zusammenhang mit dem neuen Tierschutzgesetz, das Privatpersonen den Online-Handel mit Tieren verbietet.

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