In knapp 90.000 heimischen Unternehmen fehlen Nachfolger

31. Juli 2017, 12:12
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Mehr als ein Fünftel der Einzelunternehmen in Österreich hat Inhaber, die älter als 60 Jahre sind

Wien – Nachfolge gesucht – damit sind in Österreich in den kommenden fünf Jahren fast 90.000 Unternehmen konfrontiert, geht aus einer Analyse des Wirtschaftsinformationsdiensts Bisnode D&B hervor. Das seien rund 18 Prozent aller Unternehmen in Österreich, heißt es in einer Pressemitteilung. Betroffen seien vor allem Einzelunternehmen und – nach Branchen betrachtet – der Gesundheitsbereich.

Wenn ein Unternehmer mit 65 Jahren in Pension gehen wolle, müsse er sich spätestens mit 60 Jahren um seine Nachfolge kümmern. Werde der richtige Zeitpunkt verpasst, könne dies zur Auflösung der Firma führen. Damit gingen Arbeitsplätze, Know-how, Kapital und Steuereinnahmen verloren. Der Analyse zufolge müssten 87.870 Unternehmen an eine neue Generation von Besitzern übergeben werden.

Bei den Einzelfirmen habe mehr als ein Fünftel (über 21 Prozent) einen Inhaber, der 60 Jahre oder älter sei. Bei den Unternehmensformen GmbH und Kommandit- bzw. Offene Gesellschaft seien es je 14 Prozent, die mehrheitlich unter Kontrolle von Personen sind, die in den nächsten fünf Jahren in Pension gehen dürften.

Nachfolgeprobleme im Gesundheitsbereich

"Die Branche mit der absolut höchsten Anzahl an potenziellen Nachfolgeproblemen ist der Gesundheitsbereich mit mehr als 8.700 betroffenen Unternehmen, von der Arztpraxis bis zur selbstständigen Krankenpflege", schreibt der Wirtschaftsinformationsdienst in seiner Pressemitteilung. Stark vertreten sind auch Einzelhandel, Gastronomie, technische Dienste und Immobilien.

Regional betrachtet seien vor allem im Osten Österreichs Nachfolger gefragt. Auf Wien entfielen 21 Prozent auf Niederösterreich rund 19 Prozent und auf Oberösterreich 14 Prozent. Dahinter folgen die Steiermark (13 Prozent), Tirol (rund 10 Prozent), Salzburg und Kärnten (je rund 8 Prozent), Vorarlberg (rund 5 Prozent) und das Burgenland (4 Prozent).

Für Jungunternehmen, die gerne ein Geschäft in der Generationennachfolge übernehmen wollen, gebe es in Österreich somit hinlänglich Potenzial. "Vor allem, wenn man daran denkt, dass das durchschnittliche Pensionsalter deutlich unter 65 Jahren liegt, nämlich bei knapp über 60 Jahren." (APA, 31.7.2017)

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