Hacker knackt smarte Pistole

    31. Juli 2017, 08:35
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    Kann Abschuss über Funkverbindung blockieren oder auch die Sperre aushebeln

    Smarte Pistolen sollen die Zukunft von Feuerwaffen darstellen, indem sie die unbefugte Nutzung blockieren – so zumindest das Versprechen der Hersteller. Doch solche Ansätze können für den Träger auch durchaus gefährliche Konsequenzen haben, wie nun ein Vortrag auf der Sicherheitskonferenz Defcon 25 illustriert.

    Sicherheitsfunktionen

    Einem unter dem Pseudonym Plore agierenden Hacker ist es gelungen die smarte Pistole iP1 des deutschen Herstellers Armatix zu knacken. Diese soll eigentlich mithilfe eines RFID-Chips garantieren, dass die Waffe nur ausgelöst werden kann, wenn eine zugehörige Armbanduhr in maximal 25cm Entfernung ist. Wie sich zeigt, lässt sich die versprochene Schutzfunktion aber gleich auf mehrere Arten aushebeln.

    Einen ersten Angriff hat Plore über Funk gefunden: Wie sich herausstellt, kommunizieren Uhr und Waffe über den Frequenzbereich bei 916 MHz. Der Hacker hat nun schlicht einen Störsender gebaut, der die Kommunikation in diesem Bereich blockiert. Das Ergebnis: Die Waffe lässt sich auch vom eigentlich Besitzer nicht mehr auslösen, selbst Notwehr wäre so unmöglich. Im Test funktionierte dies im Umfeld von drei Metern.

    Die Beschränkung auf 25cm Abstand lässt sich ebenfalls recht einfach austricksen. So hat Plore schlicht die Signale über eine 2,4-GHz Funkstrecke verlängert, um einen wesentlich größeren Radius zu erreichen.

    wired

    Sperre aushebeln

    Am gefährlichsten ist aber wohl der letzte Hack: Beim Zerlegen der Pistole zeigte sich nämlich schnell, wie die iP1 das unbefugte Abfeuern verhindert: Über einen Elektromagneten. Platziert man nun einige kräftige Magneten auf Höhe der Waffe wird die Blockade unterbunden, die Pistole lässt sich also auch ohne Autorisierung abfeuern.

    Der Hersteller bestätigt laut einem Bericht von Wired die Erkenntnisse des Hackers. Darüberhinaus wollte man sich zwar nicht äußern, verwies aber darauf, dass daraus Konsequenzen für kommende Smart-Gun-Generationen gezogen werden sollen. (red, 31.7.2017)

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