Medien: Deutsches Kraftfahrtbundesamt schönte Abgasberichte

31. Juli 2017, 14:39
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Der deutsche Grünen-Vizefraktionschef Krischer wirft Verkehrsminister Dobrindt vor, davon gewusst zu haben

Berlin – Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat einem Medienbericht zufolge auf Betreiben der Autoindustrie Untersuchungsberichte zum Abgasskandal geschönt. Das geht aus der Korrespondenz zwischen KBA und Herstellern hervor, die der "Bild"-Zeitung vom Montag in Auszügen vorliegt.

Demnach hat die Unterbehörde des deutschen Verkehrsministeriums bereits vor mehr als einem Jahr festgestellt, dass Porsche mit Abschalteinrichtungen für seine Dieselmotoren arbeitet. Das frühzeitige Herunterfahren der Abgasreinigungsraten beim Porsche Macan sei "nach Vorschrift als Abschalteinrichtung zu sehen", heißt es in der Ursprungsversion des Prüfberichts. Nach Intervention des Herstellers sei das geändert worden. Im Endbericht stehe: "Dies kann nach Vorschrift als eine Veränderung des Emissionsverhaltens des Abgassystems gesehen werden."

Grüne: "Dobrindt spielt Porsche als Bauernopfer aus"

Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer wertet die Korrespondenz als klares Indiz dafür, dass Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) schon im Frühjahr 2016 gewusst hat, dass Porsche eine illegale Abschaltvorrichtung einsetzt. "Damals wurde vertuscht. Jetzt spielt Minister Dobrindt Porsche als Bauernopfer aus, damit er nicht mit dem Abgaskartell in Verbindung gebracht wird", sagte Krischer.

Dass das Kraftfahrtbundesamt für seinen Beitrag zum "Bericht der Untersuchungskommission Volkswagen" mit den Herstellern "Gespräche geführt und technische Fragen erörtert" habe, bestreitet das Verkehrsministerium dem Bericht zufolge nicht. Ein solches Prozedere sei laut Mnisterium aber "international üblich und notwendig".

Verkehrsressort: Bericht zu Porscheabgasen nicht geschönt

Das deutsche Verkehrsministerium hat eine Zeitungsmeldung über eine Beschönigung eines Abgas-Berichts zu Porsche zurückgewiesen. "Das Bundesverkehrsministerium widerspricht klar der Darstellung, es habe den Untersuchungsbericht 'Volkswagen' zugunsten von Porsche entschärft", sagte ein Sprecher am Montag in Berlin.

Der Ministeriumssprecher wies darauf hin, dass es beim Modell Porsche Macan wie auch anderen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abgas-Reinigung gegeben habe und dies im Bericht auch so ausgedrückt wurde. Dies sei in dem öffentlichen Dokument auch so zu lesen. Eine illegale Einrichtung sei Porsche aber nicht nachzuweisen gewesen. Der Macan sei dann wie andere Modelle zurückgerufen und mit neuer Software nachgerüstet worden.(APA, 31.7.2017)

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