EM-Kolumne: Tilburg, royal

30. Juli 2017, 16:29
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Auch wenn zwischendrin viele Gewässer, Wiesen und Weiden sind, die Niederlande sind ein Land der Städte. Die nächste größere Stadt ist von keinem Ort aus wirklich weit entfernt. Und von Großstadt zu Großstadt ist es oft auch kaum mehr als ein Katzensprung. Von der größten Stadt Amsterdam in die zweitgrößte, Rotterdam, sind es 84 Kilometer, von Rotterdam nach Den Haag (27 km) kann man sogar mit der U-Bahn fahren.

Millionenstadt haben die Niederlande zwar keine, dafür aber gleich 25 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: in Österreich sind es fünf. 67 Städte in den Niederlanden haben mehr als 50.000 Einwohner (Österreich: neun). Tilburg, der Austragungsort des Viertelfinalspiels zwischen Österreich und Spanien, reiht sich mit seinen 194.000 Einwohnern auf Platz sechs der Liste ein.

König Wilhelm II. hatte einst eine Vorliebe für die Stadt in der Provinz Nordbrabant im Süden des Landes. In Tilburg ließ sich der zweite König der Niederlande 1847 einen Palast bauen. Der ist heute Teil des Rathauskomplexes. Nach achteinhalb Jahren Amtszeit starb Wilhem II. im Jahr 1849 56-jährig – in Tilburg. 1897 wurde der ein Jahr davor gegründete Fußballverein nach ihm benannt: Bis heute heißt der Verein Willem II Tilburg, die Heimspiele in der Eredivise trägt er im König-Wilhelm-II.-Stadion aus. Dort wo am Sonntag Österreich spielte.

Zu Besuch in Tilburg war kürzlich auch der amtierende König, Willem-Alexander. Am 27. April, dem 50. Geburtstag des Monarchen, wurde der Königstag in der Stadt gefeiert. Und jetzt hatte Tilburg schon wieder ein Großereignis – auch wenn’s ein weniger royales war. (Birgit Riezinger, 30.7. 2017)

  • Nach Wilhelm ist in Tilburg ein Fußballklub samt Stadion benannt, ebendort kickten Österreichs Damen gegen Spanien.
    foto: apa/punz

    Nach Wilhelm ist in Tilburg ein Fußballklub samt Stadion benannt, ebendort kickten Österreichs Damen gegen Spanien.

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