Gletscher am Mont Blanc gab menschliche Überreste frei

    28. Juli 2017, 23:30
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    Leichenteile stammen wohl von Flugzeugabsturz vor über 50 Jahren

    Grenoble/Saint-Gervais Mont Blanc – Erneut hat ein Alpengletscher die sterblichen Überreste von Vermissten freigegeben. Der Fund einer menschlichen Hand und eines Oberschenkels am Bossons-Gletscher am Mont Blanc steht nach Behördenangaben vom Freitag möglicherweise im Zusammenhang mit zwei Flugzeugabstürzen in der Region in den Jahren 1966 und 1950.

    Die französische Polizei will die Überreste nun gerichtsmedizinisch untersuchen lassen. Der Fund gelang dem französischen Schatzsucher und Hobbyforscher Daniel Roche, der den Bossons-Gletscher seit Jahren auf Spuren der beiden Unglücksflüge untersucht. "Bislang habe ich hier noch nie so große menschliche Überreste gefunden", sagte er zu AFP. Zudem habe er ein Triebwerk gefunden, das wahrscheinlich zu der 1966 abgestürzten Boeing 707 gehörte.

    In den Jahren 1950 und 1966 waren in der Gletscherregion zwei Flugzeuge der indischen Fluggesellschaft Air India abgestürzt. Bei dem ersten Unglück starben 48 Menschen, beim zweiten waren es 117 Menschen. Der Gletscher gab seit Jahren immer wieder kleinere Überreste von Menschen und Gegenständen frei, allerdings keine größeren. Vor vier Jahren hatte ein Bergsteiger eine Kassette mit Edelsteinen im Wert von mehr als 100.000 Euro gefunden. Im Jahr davor war ein Diplomatenkoffer aufgetaucht.

    Roche informierte nach seinem Fund die Rettungskräfte im Tal von Chamonix, die die Überreste mit dem Hubschrauber bergen ließen. Wahrscheinlich stammen sie nicht von derselben Person, sagte ein Polizeisprecher.

    In der Schweiz waren erst vor knapp zwei Wochen zwei Leichen von einem Gletscher freigegeben worden. Sie stammten von einem Ehepaar, das dort 75 Jahre lang vermisst war. (red, APA, 28.7.2017)

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