"Rain Dogs" von Adrian McKinty: Üble Geschäfte

    31. Juli 2017, 10:17
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    Der nordirische Autor bezieht sich in seiner Erzählung auf den Skandal um den britischen TV-Star Jimmy Savile

    Ein katholischer Bulle in Ulster 1987 – das ist kein lustiger Job. Sean Duffy muss immer unter sein Auto schauen, bevor er startet. Denn dort sind oft Sprengladungen angebracht. Duffy hat sich daran gewöhnt, aber was er nicht leiden kann, sind scheinbar unlösbare Rätsel. Eine tote Journalistin im Hof von Carrickfergus Castle ist so eines. Was dieser vorgetäuschte Selbstmord mit dem Besuch von finnischen Geschäftsleuten zu tun hat, dämmert Duffy, als er Notizen der Toten entdeckt, in denen von einem Pädophilenring die Rede ist.

    Adrian McKinty bezieht sich konkret auf den Skandal um den britischen TV-Star Jimmy Savile. Die finnischen Investoren, die auf Spaß in der Nacht aus sind, wiegen sich in Sicherheit. Aber sie haben nicht mit der Sturheit von Duffy gerechnet. Geld gegen Moral, ein fieses Match. Übrigens: Teile der entsprechenden Akten dürfen nicht vor 2033 geöffnet werden. Verschwörungstheorien sind nicht immer Hirngespinste, was McKintys ausgezeichneter Krimi beweist. (Ingeborg Sperl, 31.7.2017)

    Adrian McKinty, "Rain Dogs". Deutsch: Peter Torberg. € 15,40 / 401 Seiten. Suhrkamp, Berlin 2017

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      cover: suhrkamp
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