Ricciardo Trainingsschnellster in Ungarn

28. Juli 2017, 12:11
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Red-Bull-Konsulent Marko: "Wir sind zufrieden" – WM-Leader Vettel und Ferrari "wollen alles aus dem Auto quetschen, was geht" – Jäger Hamilton hofft auf Fortsetzung seiner Ungarn-Serie

Mogyorod – Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo hat in beiden Freitag-Trainings für den Formel-1-Grand-Prix von Ungarn Bestzeit erzielt. Der Australier drehte am Nachmittag auf dem 4,381 km langen Hungaroring in Mogyorod in 1:18,455 Minuten die schnellste Runde des Tages. Dahinter folgten WM-Leader Sebastian Vettel (Ferrari/+0,183 Sek.) und Valtteri Bottas (Mercedes/0,201) auf den Rängen zwei und drei.

Lewis Hamilton (Mercedes/0,324), der vor dem elften Saisonlauf am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) in der WM-Wertung nur einen Punkt hinter Vettel liegt, wurde in der zweiten Session Fünfter. Der Brite war aber auf der langsameren Reifenmischung unterwegs und sollte damit noch Reserven für das restliche Rennwochenende haben.

Hoffnungen

Ricciardo nährte indes die Siegeshoffnungen von Red Bull auf der kurvenreichen Strecke vor den Toren Budapests. "Wir sind zufrieden. Das ist eine Strecke, wo die Motorleistung nicht so entscheidend ist", erklärte Red-Bull-Konsulent Helmut Marko, der auch mit dem neuen Aerodynamik-Paket des österreichisch-britischen Teams zufrieden ist. "Die Entwicklung am Chassis-Sektor passt", betonte der 74-jährige Steirer in einem ORF-Interview.

Im Qualifying am Samstagnachmittag rechnet Marko vor allem mit der Mercedes-Power, mit der Hamilton den Angriff auf die 68. Pole Position seiner Karriere starten will. "Das wäre ein unglaubliches Gefühl", sagte der Engländer, denn damit würde er den Rekord von Michael Schumacher einstellen. "Es kann spannend werden um die Pole Position", meinte Marko, nachdem Hamilton zuletzt bei seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone den Samstag klar bestimmt hatte.

Quetschen

Auch Vettel hofft, dass er diesmal im Qualifying mit seinem Titelrivalen mithalten kann. "Wir wollen alles aus dem Auto quetschen, was geht", kündigte der Deutsche an. Das Ferrari-Team sammelte nach dem starken Saisonstart in den vergangenen vier Rennen nur noch 79 Punkte, Mercedes hingegen 151. "Wir wollen sie nicht nur herausfordern, wir wollen sie schlagen. Aber du darfst nicht vergessen, wo wir vor zwölf Monaten waren", betonte Vettel mit Blick auf die sieglose Vorsaison.

Seither hat Ferrari einen Riesenschritt gemacht, profitierte dabei zu Jahresbeginn aber auch von den Pannen bei Mercedes bei der Abstimmung des bockigen Boliden. "Man lernt bekanntlich mehr aus Niederlagen als aus Siegen", meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, dessen Team nach der bitteren Niederlage in Monaco die Trendwende geschafft hat. "Ab diesem Moment rissen wir das Steuer herum", betonte der 45-jährige Wiener.

Momentum

Hamilton will dieses Momentum nun in Ungarn weiter nutzen und den seit Saisonbeginn führenden Vettel als WM-Spitzenreiter ablösen. "Diese Strecke ist meine erfolgreichste, das bleibt hoffentlich auch dieses Wochenende so", erklärte der Vorjahressieger, der bereits auf seinen sechsten Triumph in Ungarn losgeht.

Sein Teamkollege Bottas, der bei WM-Halbzeit 23 Punkte hinter Vettel Dritter ist, sieht Ungarn als wichtige Standortbestimmung. "Wenn wir hier das schnellste Auto haben, dann gibt uns das definitiv einen Schub für das Selbstvertrauen für den Rest des Jahres", meinte der Finne, der mit seinem Österreich-Sieg aus dem WM-Duell einen Dreikampf gemacht hat. (APA, 28.7.2017)

Ergebnisse:

Erste Session

Zweite Session

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