Wien, Wien, nur du allein ...

    3. September 2017, 13:47
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    Unerwartete Blicke auf die Bundeshauptstadt bieten "Unbekanntes Wien" von Isabella Ackerl und Harald A. Jahn sowie Irmi Soravias "Döbling"

    Abseits kitschig-picksüßer Tourismusfassaden hat Wien auch ganz andere Facetten zu bieten. "Misstrauet der Idylle", hat ein genialer indigener Genius namens André Heller schon vor Jahren gewarnt. Von Unbekanntem und auch Jenseitigem künden zwei neue Publikationen über die Bundeshauptstadt.

    Reich bebildert erkundeten Isabella Ackerl und Harald A. Jahn ein Unbekanntes Wien. Sie suchten verborgene Schönheiten und fanden zauberhafte Kleinode. Die im Bundespressedienst beschäftigte Historikerin spürte Relikten, okkulten Zeichen und geheimnisvollen Inschriften aus der Geschichte der Stadt nach. Beginnend bei den Römern, endend in der zukünftigen Stadtentwicklung. Und ja, auch heute gibt es allerlei Erratisches zu entschlüsseln. Sakralbauten, heidnische Ruinen, Grabstätten und imperiale Juwelen erfahren einen nicht alltäglichen Fokus. Verifiziert werden Gerüchte, Schnurren, G'schichtln. Fotografisch perfekt illustriert von Harald Jahns ungewöhnlichen Wien-Perspektiven.

    Opulent illustriert ist auch die von Irmi Soravia publizierte Chronik von Döbling. Ihre detaillierten Recherchen und Anekdoten über die Historie des Cottage-Villen-Viertels inklusive Wienerwald setzt sie gekonnt mittels historischer Bilder, die sie mit neuen Fotos von Gerhard Trumler kontrastierend gegenschneidet, in Szene: als Oase, als Dschungel, als energetischen Rückzugsort. Da verfällt man ja fast kollektiv in Wein- und Walzerseligkeit. "Wien, Wien, nur du allein sollst stets die Stadt meiner Träume sein ..." Aus! (Gregor Auenhammer, 3.9.2017)

    Isabella Ackerl, Harald A. Jahn, "Unbekanntes Wien. Zauberhafte Kleinode". € 22,90 / 258 Seiten. Styria-Verlag, Wien 2017

    Irmi Soravia, "Döbling". Fotografie Gerhard Trumler. € 49,90 / 240 Seiten. Christian-Brandstätter-Verlag, Wien 2017

    • Orientalische Einflüsse gibt es nicht nur gesellschaftlich, nein, auch architektonisch. Zeugnis legen aktuelle Bände über "Döbling" und ein "Unbekanntes Wien" ab.
      foto: heidi seywald

      Orientalische Einflüsse gibt es nicht nur gesellschaftlich, nein, auch architektonisch. Zeugnis legen aktuelle Bände über "Döbling" und ein "Unbekanntes Wien" ab.

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