Keine "House Party" mehr: Erfolgreiches Sexspiel von Steam verbannt

    28. Juli 2017, 10:14
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    Valve reagiert auf User-Beschwerden – Hersteller prangert Doppelmoral an

    Valve hat das Spiel "House Party" von seiner PC-Spieleplattform Steam verbannt, nachdem Beschwerden über die sexuellen Inhalten eingereicht worden waren. In dem komisch-erotischen Game begeben sich Spieler auf eine Hausparty, auf der sie sich betrinken, mit anderen Gästen prügeln und Frauen bezirzen können und das Ziel verfolgen, mit einer Dame intim zu werden.

    Für ein feuchtfröhliches Nischenspiel von dem bisher unbekannten Entwicklerstudio Eek! feierte "House Party" mit 35.000 verkauften Kopien einen nennenswerten Erfolg. Kritiker monierten jedoch, das Spiel sei vulgär und stelle sexuelle Fantasien sehr einseitig dar. Aus dem Trailer geht bereits hervor, dass primär männliche Wünsche erfüllt werden. Die Beschwerden veranlassten Valve, das zunächst freigegebene Werk wieder aus dem Angebot zu nehmen.

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    Im Trailer zu "House Party" werden bekannte Youtuber wie PewDiePie beim Spielen gezeigt.

    Doppelmoral?

    Laut Hersteller Eek! sei der Bann jedoch nur temporär, bis man die kritisierten Stellen abgeändert habe. Valve habe direkt auch keine Detailangaben dazu gemacht, durch welche Aspekte sich die Kritiker angegriffen gefühlt haben. In einer Aussendung prangert einer der Entwickler die vermeintliche Doppelmoral an, die hinter der Entscheidung stehe, sieht die größte Schuld hier jedoch nicht bei Valve selbst, sondern bei den Usern, die auf einen Verkaufsstopp bestanden.

    "Ich wollte dieses Spiel entwickeln, weil ich nicht noch ein langweiliges Game rund um Töten und Gewalt machen wollte. Obwohl vermutlich keiner ein Problem damit gehabt hätte, hätte ich ein Spiel von diesem Schlag geschrieben, da es meinem Eindruck zufolge weit mehr sozial akzeptiert ist, Tötungsfantasien in jeder Perversion zu befriedigen als darüber zu fantasieren, Sex mit einer anderen Person zu haben", heißt es von Seiten des Entwicklers.

    Enttäuschung

    "Das Spiel soll Spaß machen und ich bewerbe es als 'anrüchiges Comedy-Abenteuer'. Die Anzahl an sichtbaren Sexszenen ist sehr klein im Vergleich zu den restlichen Spielinhalten", so Eek!. Insofern sei man insbesondere darüber enttäuscht, dass es nach wie vor schwierig sei, Spiele mit erotischen Inhalten auf Steam anzubieten, ohne mit Gegenwehr rechnen zu müssen. Der Entwickler respektiere Valves Entscheidung dennoch und werde nun Modifikationen am Spiel vornehmen.

    Bestehende Spieler könnten "House Party" weiterhin nutzen und Updates über Steam erhalten. (zw, 28.7.2017)

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      foto: house party
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