HRW wirft irakischer Einheit in Mosul Hinrichtung von Gefangenen vor

27. Juli 2017, 21:07
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Human Rights Watch fordert USA auf die Armee-Einheit nicht mehr zu unterstützen

Bagdad – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat schwere Vorwürfe gegen eine von US-Truppen unterstützte irakische Armee-Einheit erhoben. Die Einheit habe in West-Mosul vermutlich mehrere Dutzend Gefangene hingerichtet, erklärte HRW am Donnerstag.

Zwei internationale Beobachter hätten Details über standrechtliche Hinrichtungen von vier Menschen durch die 16. Division der irakischen Armee Mitte Juli geschildert, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Zudem hätten sie Beweise dafür gesehen, dass die Einheit "viele weitere Menschen" hingerichtet habe. Unter den Opfern sei auch ein Junge. HRW forderte die USA auf, die verantwortliche irakische Armee-Einheit künftig nicht mehr zu unterstützen.

Die US-geführte internationale Koalition im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die Vorwürfe nicht bestätigen zu können. Diese sollten aber untersucht werden. Jeglicher Verstoß gegen geltendes Recht sei inakzeptabel. Unter bestimmten Umständen sei denkbar, dass die Unterstützung entzogen wird, hieß es.

Die irakische Regierung hatte am 11. Juli nach monatelanger Großoffensive den vollständigen Sieg über die IS-Miliz im nordirakischen Mosul verkündet. Die Jihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt. (APA, 27.7.2017)

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