Der schmerzhafte Biss der Dornfingerspinne

    27. Juli 2017, 15:25
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    Die Giftwirkung ist nicht gefährlicher als ein Wespenstich, betont Johannes Gepp vom Naturschutzbund

    Graz/Bad Waltersdorf – Dornfingerspinnen sind in Mitteleuropa die einzigen für den Menschen relevanten Giftspinnen. Die Bisswahrscheinlichkeit liegt laut dem steirischen Naturschutzbund bei rund eins zu einer Million. Ausgesprochenes Pech hatte ein Mann am Mittwoch in der Oststeiermark: Er wurde von einer Dornfingerspinne gebissen. Die gute Nachricht: Ein Biss ist zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als ein Wespenstich, erklärt Johannes Gepp vom Naturschutzbund.

    Die Tiere sind auffällig gelbrot gefärbt, die Männchen tragen einen dornförmigen Sporn am Mundtaster und erreichen ausgewachsen eine Größe von bis zu fünf Zentimetern (inklusive der Beine). Einer Dornfingerspinne zu begegnen sei aber "ein ganz seltenes Ereignis", betont der Grazer Ökologe. Das Nachttier verlasse ihren Kokon tagsüber nahezu nicht, aggressiv seien vor allem die Weibchen und das eigentlich nur zwischen Ende Juli und Ende August, weil sie dann ihre Ei-Gelege verteidigen.

    Österreichweit würden jährlich rund zehn durchaus schmerzvolle Bisse bekannt. Demgegenüber gibt es etwa zwanzig mal mehr "befürchtete" Bisse, die sich in Wirklichkeit als fehlgedeutete Bienen- oder Wespenstiche herausstellten. Den Biss erkennt man an den zwei drei bis fünf Millimeter auseinanderliegenden Malen.

    Symptome halten bis zu drei Tage an

    Der Vorfall im Wohnhaus eines Mannes am Mittwoch in Neustift bei Waltersdorf (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) sei der erste in diesem Jahr in der Steiermark. Die laut Gepp "vermutlich verirrte Spinne" hat den Mann mitten in der Nacht in den Daumen gebissen. Der Naturschutzbund hat den kleinen Gliederfüßler als Ammen-Dornfingerspinne identifiziert.

    Sie ist dafür bekannt, ihren Nachwuchs bis zur Selbstaufgabe zu verteidigen. Diese Tiere kommen besonders gerne in südlagigen Staudenfluren und an Straßenrändern vor. Werden diese gemäht und die Tiere vertrieben, könne es vorkommen, dass die Tiere Wohnhäuser erreichen, so Gepp.

    "Menschen werden nur zur Abwehr gebissen, wobei die Spinne nur eine geringe Giftmenge abgibt", erläutert der Ökologe. Der Schmerz entspricht dem eines Wespenstichs, die Bissstelle kann sich mitunter blaurot verfärben, auch Schwellungen sind nicht selten. Die Symptome vergehen in der Regel jedoch nach einer Stunde bis drei Tagen. "Also bitte keine Panik, vor allem nicht gegenüber den vielen anderen, nicht beißenden rund 1.000 Spinnenarten Österreichs", wie der Zoologe betont.

    Schon vor Jahrzehnten eingewandert

    Im Allgemeinen reiche es, die Wunde unter laufendes kaltes Wasser zu halten, um den Schmerz zu stillen. Bei anhaltenden Schmerzen empfiehlt Gepp aber, einen Arzt aufzusuchen. Bei empfindlichen Personen können Übelkeit oder Schwindelgefühle auftreten.

    Die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Dornfingerspinnen sind laut Gepp schon vor Jahrzehnten nach Österreich, die Schweiz und Deutschland eingewandert. Längere Trockenheit wie heuer im Südosten Österreichs und die sehr warmen Junitemperaturen begünstigten das Vorkommen der Spinnentiere. (APA, 27.7.2017)

    • Keine Panik vor der Dornfingerspinne: sie ist zwar giftig, aber ein Biss sehr unwahrscheinlich.
      foto: apa/naturschutzbund/gepp

      Keine Panik vor der Dornfingerspinne: sie ist zwar giftig, aber ein Biss sehr unwahrscheinlich.

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