Identitäre im Mittelmeer: Ex-Mitarbeiter von FPÖ-Mandatar Höbart an Bord

27. Juli 2017, 20:42
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Alexander Schleyer und seiner Besatzung auf der C-Star wird in Nordzypern unter anderem Dokumentenfälschung vorgeworfen

Famagusta – Unter den Besatzungsmitgliedern des von der rechten Identitären Bewegung gecharterten Schiffes, das im nordzypriotischen Hafen Famagusta festsitzt, befindet sich Medienberichten zufolge ein ehemaliger Mitarbeiter des FPÖ-Abgeordneten und geschäftsführenden Parteiobmanns in Niederösterreich, Christian Höbart. Es handelt sich den Angaben zufolge um den ehemaligen deutschen Marinesoldaten Alexander Schleyer.

Höbart bestätigte am Donnerstag gegenüber der APA auf Anfrage, dass Schleyer für ihn als parlamentarischer Mitarbeiter tätig gewesen sei, zwischen April 2016 und März 2017. Seit er seinen Dienstvertrag mit Schleyer gelöst hatte, habe er keine Kenntnis von dessen jetzigen Tätigkeiten, und er wolle die Angelegenheit auch nicht weiter kommentieren. "Die Sache ist für mich gegessen, ich will sie nicht wieder aufwärmen", so der FPÖ-Abgeordnete.

Nach Hassposting Dienstverhältnis beendet

Höbart hatte im März Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung die Auflösung des Dienstverhältnisses mit Schleyer mitgeteilt. Dieser soll auf Facebook einen Holocaustleugner gelobt und etwa von "Eselsfickerkulturen" geschrieben haben. Er verurteile derartige Hasspostings aus tiefster Überzeugung, hatte Höbart damals betont.

Schleyer, Autor für das neurechte Magazin "Blaue Narzisse", hatte zuletzt auf Instagram Bilder von der Brücke eines Schiffes gepostet. Das Schiff namens C-Star versteht sich als Antwort der rechtsextremen Identitären auf die zivilgesellschaftlichen Seenotretter im Mittelmeer, um die "Invasion der Illegalen" zu stoppen. An Bord waren Identitäre aus Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien zum Start ihres "Defend Europe"-Projekts im sizilianischen Catania gegangen.

Kapitän und Besatzung festgenommen

Der Kapitän des Schiffes und neun Besatzungsmitglieder wurden unterdessen nach Medienberichten in der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern zeitweise festgenommen. Ein Gericht in der Hafenstadt Famagusta habe gegen die zehn Verdächtigen einen eintägigen Gefängnisaufenthalt angeordnet, berichtete die türkischsprachige Zeitung "Kibris Gazetesi" am Donnerstag.

Am Donnerstagabend lief das Schiff wieder aus dem Hafen von Famagusta aus, wie auf der Webseite MarineTraffic zu sehen war. "Die Crew der #CStar wurde freigelassen", schrieben die "Identitären" auf Twitter. Auch Medien in Nordzypern berichteten über die Freilassung.

Wie die Zeitung "Kibris Postasi" schrieb, war die C-Star mit einer Crew von 20 Tamilen – entweder aus Indien oder aus Sri Lanka – in Famagusta eingelaufen. Die Crew habe das Schiff im Hafen verlassen, und fünf der Mitglieder haben daraufhin Asyl beantragt. Bei ihrem Verhör gaben die Tamilen an, sie hätten dem Kapitän Geld bezahlt, damit er sie nach Italien bringe.

Die Identitäre Bewegung will Migranten vor der Küste Libyens abfangen und zurück nach Afrika bringen. Zu diesem Zweck haben die Identitären, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden, das Schiff C-Star gechartert. Es liegt laut der Website Marine Traffic seit Mittwoch im Hafen von Famagusta.

Die Crew bestehe aus verschiedenen Nationalitäten, teilten die Identitären auf Twitter mit. Sie warfen Nichtregierungsorganisationen vor, ihren Einsatz zu verhindern. Die "Mission" könne zwar verzögert, aber nicht aufgehalten werden. (APA, dpa, 27.7.2017)

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