Juncker in der Slowakei: Lebensmittel müssen überall gleiche Qualität haben

27. Juli 2017, 13:56
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EU-Kommissionspräsident: Diskriminierung der Slowakei inakzeptabel – Gesetzesänderung nicht ausgeschlossen – Fico: Sache nicht lächerlich

Brüssel – EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nimmt sich der Anliegen osteuropäischer Mitgliedsstaaten an, gegen eine behauptete doppelte Qualität bei Lebensmitteln ein- und derselben Marke vorzugehen. Bei einem Treffen mit dem slowakischen Premier Robert Fico in Brüssel sagte Juncker am Donnerstag, eine Diskriminierung der Slowakei sei "inakzeptabel".

Es könne keine länderweisen Unterschiede geben. Obwohl die Sache nationale Kompetenz sei, wolle er Gesetzesänderungen auf EU-Ebene nicht ausschließen, doch habe dies nicht Priorität. Es gehe vielmehr darum, wie die Interpretation der Richtlinien zur Nahrungsmittelsicherheit ausgelegt würden.

Fico betonte, die Angelegenheit sei "nicht lächerlich". Er werde aber "nicht tolerieren, dass die Schokolade in Österreich besser ist, bei gleichem Preis, verglichen mit dem Produkt in Tschechien, Polen oder der Slowakei". Er sei Juncker dankbar, dass dieser das Thema als wichtig eingestuft habe.

"Nicht unterschätzen"

Fico betonte, die Angelegenheit dürfte nicht unterschätzt werden. Was würden Westeuropäer sagen, wenn in ihrem Waschpulver 20 Prozent weniger wichtige Stoffe enthalten seien und sie damit heißeres Wasser beim Waschen verbrauchen müssten, so der slowakische Premier.

Zuletzt hatte Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) die Kritik der Slowakei und Tschechien an doppelten Qualitätsstandards bei Lebensmitteln nicht nachvollziehen können. "Ich habe in Tschechien schon Manner-Schnitten gegessen, die schmecken ganz hervorragend". Er könne "keinen Unterschied" erkennen. Prag und Bratislava sehen sich bei Lebensmittel mit gleicher Marke – beispielsweise bei Manner-Schnitten oder Red Bull – benachteiligt, weil diese Produkte in ihrem Land angeblich nicht so gut schmecken wie in Österreich oder Deutschland. (APA, 27.7.2017)

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    foto: apa/afp/john thys
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