Österreich bei Frauen-EM: Schritt für Schritt

Kommentar27. Juli 2017, 11:22
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Trotz Einzugs ins Viertelfinale: Frauenfußball fehlt noch immer die nötige Breite

Natürlich kommt der Viertelfinaleinzug bei der Europameisterschaft in den Niederlanden überraschend. Aber das Frauenfußballteam hat sich in den vergangenen Jahren unter Teamchef Dominik Thalhammer stetig weiterentwickelt. Der 46-Jährige, der als akribischer Arbeiter gilt, hat großen Anteil am Erfolg. Er profitiert aber auch von extrem lernwilligen Spielerinnen. 2011 übernahm Thalhammer den Teamchefposten und die Leitung des nationalen Zentrums für Frauenfußball in St. Pölten.

Die Gründung der Ausbildungsstätte für 14- bis 19-Jährige ist ein wesentlicher Grundstein des Erfolgs. Acht Spielerinnen, die zumindest zum Teil dort ausgebildet wurden, haben es in das 23-köpfige EM-Team geschafft. Dazu kommt eine goldene Generation von 24- bis 26-Jährigen. Sämtliche Stammspielerinnen verdienen ihr Brot in Deutschland – dem Land der noch amtierenden Europameisterinnen. Dort können sie den Sport profimäßig ausüben – in Österreich sind Fußballerinnen Amateurinnen. Es ist also nicht alles Gold, was glänzt.

Die Liga fristet ein Mauerblümchendasein – kaum Zuschauer, kaum Sponsoren. Zudem fehlt es noch immer an der nötigen Breite. 20.000 Fußballerinnen sind landesweit registriert. Der Erfolg bei der EM könnte freilich viele Mädchen zum Fußball bringen. Die Entwicklungsschritte der aktuellen Teamspielerinnen werden zwar kleiner werden. Der Schritt ins EM-Halbfinale ist aber ganz und gar nicht auszuschließen. (Birgit Riezinger, 27.7.2017)

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