Waldbrände in Portugal, Aufatmen in Frankreich

27. Juli 2017, 11:11
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Tausende Feuerwehrleute im Einsatz – Hunderte Häuser zerstört

Lissabon/Paris – Die Waldbrände in Portugal sind noch nicht unter Kontrolle: Rund 4.000 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht auf Donnerstag landesweit gegen verschiedene Brände, davon allein tausend beim größten Feuer nahe der Gemeinde Serta nördlich von Lissabon. Die Sprecherin des Zivilschutzes, Patricia Gaspar, sagte, das Feuer habe sich zuvor ausgeweitet.

Etwas weiter südlich näherte sich das Feuer den Häusern im 2.000-Einwohner-Ort Macao. Hundert Häuser in der Gegend wurden bereits von den Flammen zerstört. Macaos Bürgermeister Vasco Estrela sagte, es sei bisher nicht gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Bis kurz vor Mitternacht waren die Flammen am Ortsrand angekommen, wie ein AFP-Journalist berichtete.

Verursacherin festgenommen

Bewohner halfen den Feuerwehrleuten bei den Löscharbeiten. Mit Gartenschläuchen und Wasserkübeln gingen sie gegen die Flammen vor. Eine nahe gelegene Autobahn war wegen der Waldbrände auf einer Strecke von 40 Kilometern nicht befahrbar.

Am Mittwoch nahm die Polizei eine 50-jährige Frau fest, die als Verursacherin eines Brandes in der Gegend von Castelo Branco gilt. Sie wird verdächtigt, ein Feuerzeug angezündet zu haben.

Noch immer fachten Hitze und starker Wind die Brände an. Es wurde aber eine leichte Abkühlung und eine Abschwächung des Windes erwartet, was die Löscharbeiten erleichtern dürfte.

7.000 Hektar Vegetation zerstört

In Südfrankreich hat sich die Lage nach Tagen schwerer Waldbrände beruhigt. Die Feuerwehr konnte die meisten Brände, die mehr als 7.000 Hektar Vegetation zerstört haben, bis Donnerstagvormittag eindämmen. Erleichtert wurde die Arbeit der Einsatzkräfte durch nachlassenden Wind. Die Behörden befürchteten aber wegen der großen Trockenheit ein mögliches Wiederanfachen der Feuer.

In der Mittelmeergemeinde Bormes-les-Mimosas, wo in der Nacht auf Mittwoch mehr als 10.000 Anrainer und Urlauber in Sicherheit gebracht worden waren, machte die Feuerwehr Fortschritte bei der Brandbekämpfung. "Wir sind dabei zu gewinnen", sagte Michael Bernier vom französischen Zivilschutz. "Die Situation hat sich in die richtige Richtung entwickelt."

Vereinzelt würden Windböen die Feuer aber wieder anfachen, sagte Bernier. In der Gegend wurden 1.600 Hektar Wald und Unterholz zerstört, mehr als 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Im nordwestlich gelegenen Artigues konnte ein Waldbrand aber zunächst nicht unter Kontrolle gebracht werden. Das Feuer hat bereits 1.700 Hektar Vegetation vernichtet, 400 Feuerwehrleute bekämpften dort die Flammen. Im Kampf gegen die Waldbrände an der südfranzösischen Mittelmeerküste und auf der Insel Korsika waren nach Regierungsangaben insgesamt mehr als 6.000 Einsatzkräfte mobilisiert worden. (APA, red, 27.7.2017)

  • Auch in Südfrankreich wüten Flammen.
    apa/afp/anne-christine poujoulat

    Auch in Südfrankreich wüten Flammen.

  • Menschen verlassen den Strand von Bormes-les-Mimosas.
    apa/afp/anne-christine poujoulat

    Menschen verlassen den Strand von Bormes-les-Mimosas.

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