Italien nutzt Umverteilung von Flüchtlingen offenbar nicht voll aus

27. Juli 2017, 05:55
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"Welt" berichtet, dass derzeit 1.499 von Deutschland angebotenen Plätzen nicht in Anspruch genommen würden

Berlin – Italien stöhnt unter der Last Zehntausender Flüchtlinge, nutzt aber laut "Welt" (Donnerstag) die von Deutschland im Rahmen des europäischen Umverteilungsprogramms angebotene Aufnahme von Flüchtlingen nicht voll aus.

Derzeit würden 1.499 von Berlin angebotene Plätze von Italien nicht in Anspruch genommen, erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Zeitung. Warum das deutsche Angebot nicht voll ausgeschöpft wird, war zunächst unklar.

Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, Deutschland habe Italien im Zuge des Umverteilungsprogramms für Flüchtlinge bisher insgesamt 5.520 Plätze angeboten. Aus Italien hätten Deutschland bisher aber erst 4.021 solche Ersuche erreicht. Berlin hatte Rom zuletzt angeboten, in den kommenden Monaten statt der bisherigen zwei Chartermaschinen für bis zu 500 Personen gegebenenfalls auch drei für bis zu 750 Antragsteller bereitzustellen.

Insgesamt wollen die EU-Staaten Griechenland und Italien 160.000 Flüchtlinge abnehmen. Bisher wurden allerdings erst rund 25.000 umgesiedelt.

Schulz in Italien

Der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz besucht am Donnerstag Italien und will sich dort ein Bild über die Flüchtlingskrise machen. Vor dem Besuch hatte er mehr Hilfe für Italien gefordert und vor einer dramatischen Lage angesichts der Vielzahl im Mittelmeer geretteter Menschen gewarnt, die derzeit an italienischen Häfen ankommt. In diesem Jahr waren es bereits mehr als 93.300. Italiens Regierung appelliert immer wieder an die EU-Partner, das Land in der Migrationskrise stärker zu entlasten. (APA, 27.7.2017)

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