Salzburg nur 1:1 gegen HNK Rijeka

    26. Juli 2017, 20:59
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    Spielstarke Kroaten zeigten den Bullen die Grenzen auf. Der Ausgleich durch Hwang nach schwacher erster Hälfte lässt die Salzburger aber noch hoffen

    Salzburg – Die Ausgangsposition könnte besser sein. Red Bull Salzburg kam am Mittwoch in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation gegen HNK Rijeka zu Hause nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Die Entscheidung um den Aufstieg ins Playoff folgt im Rückspiel nächsten Mittwoch (20.45 Uhr) in Rijeka.

    Mario Gavranovic brachte den kroatischen Double-Gewinner verdient in Führung (30.), Salzburg präsentierte sich in der ersten Hälfte alles andere als sattelfest. Kurz nach Seitenwechsel gelang Hwang Hee-chan vor 12.700 Zuschauern immerhin der Ausgleich (49.).

    Spielerlaubnis für Berisha

    Dabei hatte es vor Spielbeginn positive Nachrichten gegeben: Trainer Marco Rose konnte links in seiner Mittelfeldraute auf Valon Bersiha zurückgreifen, die Uefa hatte die Zwei-Spiele-Sperre am Spieltag auf eine bereits abgesessene Begegnung reduziert.

    Nicht im Kader stand neben Christoph Leitgeb auch der von Hertha BSC umworbene Valentino Lazaro – laut Klubangaben wegen einer Sprunggelenksverletzung, die sich hartnäckiger gestalte als angenommen. Lazaro soll rund drei Wochen ausfallen. Rechts in der Viererkette gab Stefan Lainer nach überstandenem Bänderriss sein Comeback.

    Rijeka mit Ex-Austrianer und Rapid-Leihgabe

    Bei Rijeka begann der Ex-Austrianer Alexander Gorgon als hängende Spitze, Rapid-Leihgabe Mate Jelic wurde erst in der Schlussphase eingewechselt. HNK war der erwartet unangenehme Gegner. Die Salzburger begannen zwar aktiv, der Druck ließ aber schnell nach. Die gefährlichere Mannschaft war vor der Pause Rijeka. Gavranovic tauchte erstmals in der 9. Minute vor dem Tor auf, ein Volley des Brasilianers Heber ging zentral auf Keeper Alexander Walke (13.).

    Ein Kopfball von Dario Zuparic nach einem Corner ging nur knapp daneben (24.), sechs Minuten später schlug Gavranovic zu. Der Schweizer mit kroatischen Wurzeln traf nach Flanke von Stefan Ristovski zwischen Salzburgs Innenverteidigern völlig frei stehend per Kopf. Für die Salzburger war es nach vier Zu-null-Siegen in vier Pflichtspielen (15:0 Tore) der erste Gegentreffer der Saison.

    Zündende Ideen ließen die Bullen in einer schwachen ersten Hälfte vermissen. Ein Fernschuss von Berisha neben das Tor war schon fast bezeichnend (45.+1). Nach Seitenwechsel standen die Salzburger etwas tiefer und kamen durch einen schnellen Gegenstoß zum Erfolg: Reinhold Yabo setzte Hwang in Szene, der Südkoreaner verwertete Salzburgs erste Großchance im langen Eck.

    Dabbur vergibt Riesensitzer

    Beinahe hätte Takumi Minamino nachgelegt, der Japaner scheiterte aber aus guter Position an Rijeka-Schlussmann Simon Sluga (60.). Eine noch viel bessere Gelegenheit ließ Munas Dabbur aus. Der israelische Stürmer, seit der Rückkehr von seinem Leihengagement bei Grasshoppers Zürich noch ohne Treffer, brachte einen Idealpass von Yabo nicht aufs Tor (72.). Auf der Gegenseite verfehlte Zuparic das lange Eck (83.).

    Salzburg benötigt im Rückspiel nun zumindest einen Treffer, um im zehnten Anlauf der Red-Bull-Ära auf die Champions League nicht schon vorzeitig die Segel streichen zu müssen. Der Aufsteiger hat für den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse noch eine weitere Runde zu überstehen. Der Verlierer muss sich mit dem Playoff um die Europa-League-Teilnahme begnügen. Die Champions League haben die Salzburger seit dem Red-Bull-Einstieg 2005 noch nie erreicht. (APA, 26.7.2017)

    Champions-League-Qualifikation, 3. Runde, Hinspiel, Mittwoch

    Red Bull Salzburg – HNK Rijeka 1:1 (0:1)
    Stadion Wals-Siezenheim, 12.700 Zuschauer, SR Stefanski (POL)

    Torfolge:
    0:1 (30.) Gavranovic
    1:1 (49.) Hwang

    Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Yabo (77. Rzatkowski), Samassekou, Minamino, Berisha – Hwang (73. Gulbrandsen), Dabbur (90. Wolf)

    Rijeka: Sluga – Ristovski, Zuparic, Elez, Vesovic – Kvrzic (73. Zuta), Bradaric, Misic, Heber (58. Males) – Gavranovic (87. Jelic), Gorgon

    Gelbe Karten: Hwang, Ulmer bzw. Vesovic, Zuparic

    Rückspiel nächsten Mittwoch (2. August, 20.45 Uhr) in Rijeka – Aufsteiger im Playoff um den Einzug in die Champions League, Verlierer im Playoff um den Einzug in die Europa League

    Stimmen

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Grundsätzlich ist es so, dass wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht hätten. Aber letztendlich geht das 1:1 in Ordnung. In der ersten Hälfte haben wir fünf Prozent in allen Bereichen vermissen lassen. Das Plus von diesen fünf Prozent und ein paar kleine Anpassungen haben dazu geführt, dass wir in der zweiten Hälfte besser gespielt haben. Das heißt, dass wir mit diesem Ergebnis leben müssen und auch können. Wir haben den Gegner so erwartet, wie er gespielt hat. Wenn sie etwas adaptiert haben, dann, dass sie im Umschaltspiel zielstrebiger waren und mehr die Tiefe gesucht haben."

    Alexander Walke (Salzburg-Kapitän): "Wenn wir in Rijeka so spielen wie in der ersten Hälfte, wird es schwierig. Sie sind in allen Belangen sehr gut, wenn man sie spielen lässt. Das dürfen wir nicht machen. Ab Minute 46 haben wir es besser gemacht. Aufgrund der zweiten Hälfte können wir zufrieden sein."

    Stefan Lainer (Salzburg-Verteidiger): "Wir haben in der zweiten Hälfte eine gute Reaktion gezeigt. In der ersten Hälfte haben wir uns zu wenig bewegt und auch im Spielaufbau vielleicht zu viel Angst gehabt. Die Räume wären da gewesen. Es ist nicht das beste Ergebnis, aber wir haben eine gute Schnelligkeit und können kontern und werden auswärts auch unsere Stärken finden."

    Valon Berisha (Salzburg-Mittelfeldspieler): "In der ersten Hälfte haben wir ein bisschen gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden haben. In der zweiten Hälfte haben wir gewusst, dass wir ein Tor schießen müssen. Dann hat es viel besser funktioniert." Zur Traineransprache in der Pause: "Er hat gesagt, dass das Spiel schon angefangen hat. Er ist schon laut geworden, das ist schon gut so. Er ist ein richtiger Deutscher."

    Alexander Gorgon (Rijeka-Offensivspieler): "Wir haben spielerisch sehr gut mitgehalten. In der zweiten Hälfte hat Salzburg wie erwartet Druck gemacht. Es ist uns ab und zu gut gelungen, uns zu befreien. Mit dem Ergebnis können wir gut leben. Wir wissen, was sie können, aber wir haben gesagt, wir wollen uns nicht verstecken. In der ersten Hälfte haben wir so gespielt, wie wir spielen können. So haben wir die ganze letzte Saison gespielt."

    • Hee Chan Hwang brachte die Salzburger mit dem Ausgleich zurück ins Spiel.
      foto: apa/krugfoto

      Hee Chan Hwang brachte die Salzburger mit dem Ausgleich zurück ins Spiel.

    • Die Salzburger taten sich gegen engagiert, clever und spielstark auftretende Gäste ziemlich schwer. Im Bild Österreichs Beitrag für die Kroaten: Ex-Austrianer Alexander Gorgon (li.) im Duell mit Takumi Minamino.
      foto: apa/krugfoto

      Die Salzburger taten sich gegen engagiert, clever und spielstark auftretende Gäste ziemlich schwer. Im Bild Österreichs Beitrag für die Kroaten: Ex-Austrianer Alexander Gorgon (li.) im Duell mit Takumi Minamino.

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