Ein Leben für die Musik: Paul Angerer 90-jährig gestorben

    26. Juli 2017, 18:17
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    Komponist, Dirigent und Interpret – Leitete das Concilium musicum Wien und moderierte "Pasticcio" und "Capriccio"

    Wien – Paul Angerer, österreichischer Komponist, Dirigent, Interpret, Gründer des "Concilium musicum" und langjähriger Radiomoderator, ist 90-jährig nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Das meldeten am Mittwochnachmittag die Sender Ö1 und Radio Klassik Stephansdom, wo man "um einen großen Musiker und Menschen" trauert.

    Angerer wurde am 16. Mai 1927 in Wien geboren. Bereits 1932/33 erhielt er Violin- und Klavierunterricht. Nach der Volksschule besuchte er das humanistische Gymnasium und studierte anschließend am Konservatorium und an der Musikhochschule in Wien Violine, Viola, Klavier und Komposition.

    1947 kam Angerer zu den Wiener Symphonikern, wo er nach Stationen in Zürich und Genf zwischen 1952 und 1957 als Solo-Bratschist tätig war. Von 1956 bis 1963 war er Chefdirigent des Kammerorchesters der Wiener Konzerthausgesellschaft. 1960 wurde Angerer Komponist und Kapellmeister am Wiener Burgtheater und bei den Festspielen in Salzburg und Bregenz. Es folgten Engagements an den Theatern in Bonn (1964 bis 1966) und Ulm (1966 bis 1968), bevor er von 1967 bis 1972 als Opernchef am Landestheater Salzburg tätig war. Anschließend war er Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters und unterrichtete von 1982 bis 1992 als Professor an der Wiener Musikhochschule. Ab 1982 leitete er das gemeinsam mit seinem Sohn Christoph (geb. 1966) gegründete "Concilium musicum".

    17 Jahre im ORF

    Ab 1947 komponierte Angerer Bühnen- und Orchesterwerke, Oratorien, ein Musical, eine TV-Oper, Kammermusik für verschiedene Besetzungen, Theatermusik für die Salzburger und Bregenzer Festspiele, für das Wiener Burgtheater und zahlreiche österreichische und deutsche Bühnen sowie für Fernsehen und Hörfunk. Seine musikalische Vielseitigkeit spiegelt sich in seinen Schallplatten- und CD-Produktionen wider, die er als Instrumentalist (Violine, Viola, Viola d'amore, Blockflöte und Cembalo) und als Dirigent mit verschiedenen Orchestern aus Österreich, Deutschland, England und Italien aufnahm.

    17 Jahre lang moderierte Paul Angerer im ORF ("Pasticcio"), ab November 2001 hatte er seine eigene Sendung "Capriccio" bei Radio Stephansdom, wo er bis zu seinem Tod über 300 Sendungen "Capriccio" gestaltete. "Seine Beschäftigung mit den Themen seiner Capriccios war bis zuletzt intensiv. Selbst aus dem Spitalsbett hat Paul Angerer noch Musikwünsche geäußert!", wird Chefredakteur Christoph Wellner auf der Internet-Seite von Radio Klassik Stephansdom zitiert.

    Auch als Buchautor ist er in Erscheinung getreten: In der Bibliothek der Provinz hat Angerer drei Bände von "Mozart auf Reisen" herausgebracht. Zu den zahlreichen Auszeichnungen Angerers zählen der Österreichische Staatspreis (1956), der Professorentitel (1977) und das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (2002). (APA, 26.7.2017)

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