Zwischenfall bei Abschiebung, Journalistin suspendiert

    26. Juli 2017, 16:27
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    Mitarbeiterin der "Wiener Zeitung" suspendiert, bis Sachverhalt geklärt sei

    Der Verein Asyl in Not kritisiert das Vorgehen der Wiener Polizei bei der Abschiebung einer tschetschenischen Familie. Das Ehepaar und seine sechs Kinder waren am Montag aus ihrer Wohnung geholt worden. Zwei Beamte wurden nach Angaben der Behörde durch einen aggressiven Angehörigen der Betroffenen und eine Freundin der Familie verletzt. Dieser Darstellung widerspricht die NGO.

    Bei dem Angehörigen – der Großvater der sechs Kinder – handle es sich um den als Flüchtling anerkannten Vaha Banjaev, den langjährigen Obmann der Vereinigung ehemaliger Gefangener der Filtrationslager, berichtete Asyl in Not am Mittwoch. Der Mann, der laut Polizei während der Amtshandlung einen Beamten zu Boden riss und verletzte, sei während Polizeieinsatzes im Rollstuhl gesessen, da er im Jänner an der Wirbelsäule operiert wurde. Bei dem Einsatz sei der Rollstuhl umgestoßen und Banjaev verletzt worden, sodass er das rechte Bein nicht bewegen konnte, berichtete der Verein.

    Bei der Freundin der Familie – einer Journalistin – handelt es sich demnach um die Lebensgefährtin des 58-Jährigen, die zur Unterstützung in die Wohnung kommen wollte, aber von der Polizei nicht eingelassen worden sei. Die Frau dementierte den Versuch, eine Beamtin in ein Bein zu beißen. Vielmehr habe die Polizistin versucht, sie mit einem Fuß aus der Wohnungstür zu schieben, als sie auf dem Boden lag.

    "Wiener Zeitung": Mitarbeiterin suspendiert

    Die Journalistin wurde entgegen ersten Angaben von Asyl in Not nach dem Vorfall von ihrem Dienstgeber nicht fristlos entlassen. Die "Wiener Zeitung" spricht von einer Suspendierung. "Die Vorwürfe, die gegen eine Mitarbeiterin der 'Wiener Zeitung' im Zusammenhang mit einer Abschiebehandlung erhoben werden, werden von der 'Wiener Zeitung' einer Überprüfung unterzogen. Bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts ist die Mitarbeiterin vom Dienst suspendiert", heißt es in einer Aussendung.

    Das tschetschenische Ehepaar hat nach Angaben der NGO seit Herbst vergangenen Jahres in Wien gelebt und soll nun im Rahmen des Dublin-Verfahrens nach Polen abgeschoben werden. Eines seiner sechs Kinder sei erst jüngst zur Welt gekommen, ein weiteres sei schwerbehindert. (APA, red, 26.7.2017)

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